Naturkatastrophe

Zwei junge Männer vier Tage nach Beben in der Türkei gerettet

Regen und Schnee haben am Donnerstag die Rettungsarbeiten nach dem verheerenden Erdbeben im Osten der Türkei erschwert.

Die Zahl der Toten stieg nach offiziellen Angaben auf inzwischen 534. Allerdings konnten mehr als 180 Menschen seit dem Beben der Stärke 7,2 am Sonntag lebend aus den Trümmern geborgen werden. Für einen kurzen Schrecken sorgte am Donnerstag ein weiterer Erdstoß der Stärke 5,4. Viele Einwohner der Region liefen in Panik aus ihren Häusern, über weitere Schäden war zunächst nichts bekannt.

Die Feuchtigkeit und die Kälte setzen vor allem den Zehntausenden zu, die seit dem Beben obdachlos sind - mehr als 2200 Gebäude wurden im Osten des Landes zerstört. Dabei könnte sich die Lage noch weiter verschärfen: Nach Angaben des türkischen Wetterdienstes ist auch in den kommenden drei Tagen mit Schneefall zu rechnen.

Hilfskräfte verteilten am Donnerstag weitere Zelte. Die Regierung in Ankara nahm dabei auch aus dem Ausland angebotene Unterstützung an - sogar Israel, dessen Beziehungen zur Türkei zuletzt angespannt waren, schickte Ausrüstung für Notunterkünfte, Decken und Kleidung. Sechs Länder der Europäischen Union boten über 2300 winterfeste Zelte an. Die EU-Kommission schickte zudem ein Expertenteam in das Katastrophengebiet. Türkische Fernsehsender organisierten eine Spendensammlung, bei der umgerechnet etwa 25 Millionen Euro zusammenkamen. Unterdessen räumte die türkische Regierung Fehler beim anfänglichen Krisenmanagement ein.

Rettungskräfte konnten vier Tage nach dem Erdbeben noch zwei verschüttete junge Männer retten. Die 18 und 19 Jahre alten Opfer seien am Morgen von Suchmannschaften aus der Türkei und aus Aserbaidschan aus Trümmern befreit worden, berichteten türkische Fernsehsender. Insgesamt sind damit nun mindestens 186 Menschen lebend geborgen worden. Insgesamt schwanden die Hoffnungen, noch weitere Menschen lebend zu finden.