Kriminalität

Säuglingsleiche aus Hamburger Klinik verschwunden

Aus einem Krankenhaus in Hamburg-Altona ist eine Metallkiste mit der Leiche eines Säuglings verschwunden. Die Polizei ermittle wegen Diebstahls und Störung der Totenruhe, sagte Polizeisprecherin Karina Sadowsky zu einem Bericht des "Hamburger Abendblattes".

"Wer die Kiste mitgenommen hat, wusste bestimmt nicht, was drin war." Der Zeitung zufolge war der kleine Junge am vergangenen Dienstag in der Asklepios Klinik Altona tot zur Welt gekommen. Ein Mitarbeiter sollte den Leichnam in die Pathologie bringen. Doch da sei der Behälter nie angekommen.

Auf dem etwa 500 Meter langen Weg zwischen Frauenklinik und Pathologie durch einen Tunnel habe der Mann den Behälter achtlos auf einem Regal abgestellt, auf dem nur leere Kisten stehen dürfen. "Das war ein dramatischer Fehler", sagte Ingo Breitmeier, Geschäftsführender Direktor der Klinik, dem "Abendblatt". "Der Mitarbeiter, von dem wir uns inzwischen getrennt haben, hätte den Leichnam ohne Zwischenstopp in die Pathologie bringen müssen." Das Verschwinden des Leichnams wurde erst am Freitag bemerkt, als der Bestatter das Kind abholen wollte.

Die Klinik leitete sofort eine Suche ein, informierte die Eltern und schaltete die Polizei ein. "Ein Kind zu verlieren, ist das Schlimmste, was Eltern passieren kann", sagte der Chefarzt der Frauenklinik, Volker Ragosch. "Wenn sich die Eltern dann noch nicht mal verabschieden können, ist das ein Desaster."