Streit

Milliardärin Bettencourt will auswandern

Frankreichs reichste Frau, Liliane Bettencourt (88), denkt an Auswanderung. Die L'Oréal-Erbin droht in einem Interview der Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" mit diesem Schritt, sollte ihr der Richter eines Vormundschaftsgerichts an diesem Montag einen gesetzlichen Betreuer vorschreiben.

"Wenn sich meine Tochter um mich kümmert, werde ich ersticken. Wenn sie es werden soll, dann gehe ich!"

Auf die Frage, ob sie dabei an die Schweiz denke, meinte sie: "Nein, ich fahre nicht mehr so oft Ski." Nun helfe "nur noch beten". Sie rechne aber damit, dass sie "zerquetscht" werde. Ihre Tochter Françoise Bettencourt-Meyers (57) versucht seit Langem, ihre Mutter für unmündig erklären zu lassen. Beide Frauen hatten sich über die Medien heftige Auseinandersetzungen geliefert.

Ein im vergangenen Jahr erzieltes Abkommen, nach dem beide auf rechtliche Schritte gegeneinander verzichten wollten, wurde kürzlich gebrochen. Die Tochter warf ihrer Mutter vor, sich von ihren Vertrauten instrumentalisieren zu lassen. Die alte Dame empfahl ihrer Tochter daraufhin per Zeitungsinterview den Gang zum Psychiater. Vor knapp zwei Wochen hatte sie gar einen "Atomkrieg" mit der Tochter angekündigt. In ihrem jüngsten Interview betont sie: "Das ganze Problem rührt daher, dass sie gerne an meiner Stelle wäre." Sie sei jedoch boshaft und ihr exaktes Gegenteil. "Was sie an mir stört, ist, zu sehen, wie ich körperlich und geistig flexibel bleibe - sie dagegen ist statisch."

Bettencourt verfügt nach Schätzungen des US-Magazins "Forbes" über ein Vermögen von etwa 16 Milliarden Euro. Die 88-Jährige sitzt noch im Verwaltungsrat des Kosmetikkonzerns L'Oréal.