Thailand

Fluten strömen unaufhaltsam auf Bangkok zu

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok nähern sich die Wassermassen unaufhaltsam dem Stadtzentrum.

Regierungschefin Yingluck Shinawatra schwor die Bevölkerung am Samstag auf einen noch vier bis sechs Wochen dauernden Kampf gegen die Fluten ein. Mehr als 113 000 Menschen seien in Notunterkünften untergebracht worden, erklärte sie in ihrer wöchentlichen Radioansprache. Das Hochwasser könnte in einigen Stadtvierteln einen Stand von einem Meter erreichen.

Im Stadtzentrum von Bangkok bereiteten sich Bewohner und Sicherheitskräfte mit Sandsäcken auf die nahende Flut vor. Die Menschen versorgten sich mit Vorräten an Trinkwasser, Kaffee und Grundnahrungsmitteln. Yingluck rief die Menschen auf, nicht in Panik zu geraten und keine Lebensmittel zu horten. Sie versicherte, Armee und Polizei würden die überschwemmten Gebiete versorgen. Am Freitag hatte das Hochwasser bereits erste Stadtviertel im Norden Bangkoks erreicht. Über tausend Menschen wurden aus den Stadtteilen Don Mueang und Lak Si in Sicherheit gebracht, wo der Wasserpegel in den Straßen auf bis zu 70 Zentimeter stieg. Geschätzte 700 000 Menschen könnten nicht zur Arbeit, teilte das Arbeitsministerium mit.

Thailand erlebt seit mehr als zwei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Mehr als 350 Menschen kamen ums Leben, Millionen Menschen im Norden und im Zentrum des Landes verloren ihre Häuser. Ursprünglich hatte die Regierung die Hauptstadt unbedingt vor den Fluten schützen wollen. Wegen des zunehmenden Drucks der Wassermassen aus dem Norden des Landes auf Bangkoks Dämme und Schutzmauern hatte Yingluck am Donnerstag aber angeordnet, alle Schleusentore zu öffnen. Dadurch soll das Hochwasser schneller in Richtung Meer abfließen.