Sexismus

Feministinnen bekämpfen das traditionelle "Mademoiselle"

Viele Damen - gerade nicht mehr ganz so jungen Alters - finden es sehr charmant; Feministinnen dagegen ist es ein Graus. Die Rede ist vom weit verbreiteten "Mademoiselle", zu Deutsch: Fräulein. Nun wurde gar eine Kampagne gegen die französische Anrede gestartet.

Die Organisatoren fordern, die Unterscheidung zwischen "Madame" (verheiratete Frau) und "Mademoiselle" (ledige Frau) mit sofortiger Wirkung aufzugeben. Der Titel "Mademoiselle" zwinge Frauen, Angaben über ihr Privatleben zu machen, die Männer nicht machen müssten. Er stehe für den Sexismus im Alltagsleben, argumentieren die Feministinnen. Sie fordern in der Aktion unter anderem dazu auf, Protestschreiben an Parlamentarier und Regierungsmitglieder zu schicken.

In Frankreich ist es bis heute üblich, dass Frauen sich auf Behördenformularen oder beim Abschließen von Verträgen als "Madame" oder "Mademoiselle" outen müssen. Eine gesetzliche Grundlage dafür gibt es allerdings nicht. In Deutschland ist der Gebrauch des Wortes "Fräulein" auf Behördenformularen bereits seit 1972 tabu. Damals gab das Bundesinnenministerium die Weisung aus, volljährige Frauen auch als solche zu bezeichnen. Aber Frankreich ohne "Mademoiselle" wäre irgendwie doch ein wenig trister.