Urteil

Lebenslange Haft für den Parkplatz-Mörder

Für einen jahrelang geplanten Mord aus Wut, Rache und Missgunst muss ein 36-jähriger Mann aus Wolfsburg ins Gefängnis. Dieses Urteil fällte das Landgericht Braunschweig am Mittwoch. Der Vorsitzende Richter sprach von einer regelrechten Hinrichtung des Opfers.

Die 37-jährige Ex-Freundin des Angeklagten habe jahrelang in Todesangst vor dem Mann leben müssen. Der Angeklagte, ehemals Elektroniker bei Volkswagen, nahm das Urteil reglos zur Kenntnis.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 36-Jährige seiner früheren Freundin im Februar nach dem Ende ihrer Nachtschicht bei VW auf einem Parkplatz auflauerte und sie mit einem Küchenmesser erstach. Er stellte sich nach der Tat mit einer gepackten Tasche für das Gefängnis bei der Polizei. Das Paar hatte sich 1996 kennengelernt, beide arbeiteten bei Volkswagen in Wolfsburg. 2002 kam der gemeinsame Sohn zur Welt. In der Liebesbeziehung gab es allerdings Probleme. Die 37-Jährige befriedigte auf Verlangen ihres Lebensgefährten widerwillig dessen sadomasochistische Sexwünsche. 2005 trennte sie sich.

Noch im selben Jahr nahm der Mann die Frau als Geisel und vergewaltigte sie. Er sprach Morddrohungen aus und stellte die Frau vor die Wahl, ob sie qualvoll durch einen Stich in die Nieren oder "sanft und schmerzlos" durch einen Stich in die Halsschlagader sterben wolle. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Haftentlassung versuchte er, in das Haus seiner Ex-Freundin einzubrechen. Die Frau habe in ständiger Todesangst leben müssen, sagte der Vorsitzende Richter der Strafkammer, Wilfried Knieriem. 2007 habe sie aus dieser Angst heraus ihr Testament verfasst. Das Gericht folgte mit dem Urteil wegen Mordes dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erkannte die besondere Schwere der Schuld an. Damit kann der Mann nicht nach 15 Jahren Haft vorzeitig entlassen werden.