Steuben-Parade

Mit Dirndl und Energiesparlampe

Sie ist nicht so groß wie die St.-Patrick's-Day-Parade der Iren und nicht so lebhaft wie die Paraden der Lateinamerikaner, aber Zehntausende sind auch hier dabei: Die jährliche Steuben-Parade feierte an diesem Wochenende in New York die Deutschen, die Amerikaner und die deutsch-amerikanische Freundschaft.

Das Land präsentierte sich mit Trachtengruppen und Spielmannszügen, aber auch mit Hochtechnologie vom Mercedes bis zur Energiesparlampe.

Und so gab es genau genommen zwei Steuben-Paraden, vielleicht sogar drei. Den Anfang machten Abordnungen der amerikanischen Streitkräfte, der New Yorker Feuerwehr und der Polizei. Die Blasmusik kam gut an bei den Schaulustigen - auch wenn die Dudelsäcke, New York hat ein starkes irisches Erbe, nicht besonders deutsch sind. "Na ja", sagte ein Polizist, "das kommt natürlich schon aus einer anderen Ecke der alten Heimat. Aber wir freuen uns einfach, dass ihr Deutschen feiert und dass wir mitfeiern dürfen." Gegründet wurde die Parade 1957 von Auswanderern, die nach dem Krieg das Bild Deutschlands verbessern wollten. Benannt ist sie nach Baron Friedrich Wilhelm von Steuben (1730-1794), der in den USA als ein Held des Unabhängigkeitskriegs gefeiert wird.

Zehntausend Teilnehmer waren dabei, die meisten kamen aus New York und Umgebung. Allerdings gab es auch Spielmannszüge aus Brandenburg, Feuerwehrabordnungen aus Westfalen, Trachtengruppen aus Schwaben und Blasmusik aus Bayern. Klischees durften nicht fehlen: Fußball, Autobahn und Umwelttechnologien gehörten dazu. Es sollte Lebensfreude, die den Deutschen ja eher selten nachgesagt wird, zelebriert werden. Während von einem Wagen Nenas "99 Luftballons" dröhnten, verteilten junge Frauen einen knautschigen Gruß - aus Gummi nachgebildete Energiesparlampen.