Justiz

Mord nach 29 Jahren offenbar aufgeklärt

Seit fast drei Jahrzehnten ist Lolita Brieger verschwunden: Jetzt hat die Polizei ihren damaligen Freund wegen Mordverdachts festgenommen. Der heute 50-Jährige soll die damals 18-Jährige getötet haben, teilte die Trierer Staatsanwaltschaft mit.

Ein Zeuge habe im Zuge von neuen Ermittlungen berichtet, dem Täter wenige Tage nach dem Mord bei der Beseitigung der Leiche geholfen zu haben. Dabei habe ihm der Landwirt gestanden, die junge Frau getötet zu haben. Der Tatverdächtige wurde am Freitag gestellt.

Der Zeuge habe auch Angaben zum Verbleib der Toten gemacht. Die Polizei will in den kommenden Tagen mit der Suche nach den sterblichen Überresten von Lolita Brieger beginnen, so sagte Triers Leitender Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer. Unabhängig davon, ob diese sich noch finden lassen, sind die Ermittler offenbar davon überzeugt, den Mörder gefunden zu haben und den Fall aufklären zu können.

Gegen den 50-Jährigen erging Haftbefehl. Noch schweigt er zu den Vorwürfen. Der Zeuge, der bei der Beseitigen der Leiche geholfen haben soll, muss kein Verfahren befürchten. Zwar habe er sich der Strafvereitelung schuldig gemacht, doch seine Tat ist verjährt.

Lolita Brieger aus dem nordrhein-westfälischen Frauenkron war zuletzt am 4. November 1982 in der Nähe von Scheid gesehen worden. Die schwangere Frau war auf dem Weg zu ihrem Freund, der wahrscheinlich auch der Vater des ungeborenen Kindes sei. Seitdem fehlt von der jungen Frau jede Spur. Später stellte sich heraus, dass die Frau heftigen Streit mit dem Vater ihres ungeborenen Kindes hatte. Sie habe sich in einem psychisch labilen Zustand befunden.

Nach dem Verschwinden von Brieger war die Polizei zunächst von einem Selbstmord ausgegangen, sagte Brauer. Es sei ein Abschiedsbrief gefunden worden, bei dem man aber heute nicht sicher sei, ob Lolita Brieger ihn wirklich selbst geschrieben habe. Es hatte große Suchaktionen gegeben. "Eine Leiche aber konnte nicht gefunden werden", sagte der Oberstaatsanwalt.

Weitere Ermittlungen begründeten noch in den 1980er Jahren den Verdacht, dass die Frau Opfer eines Mordes geworden sein könnte. Der Verdacht ließ sich aber nicht erhärten, so dass die Staatsanwaltschaft Trier das Verfahren im Oktober 1987 einstellte. Der Festgenommene habe damals auch schon im Verdacht gestanden, sagte Staatsanwalt Eric Samel. Er sei vernommen worden, aber ohne Ergebnis.

Im Zuge einer routinemäßigen Überprüfung von ungeklärten Tötungsdelikten griff die Kriminaldirektion Trier den mysteriösen Fall kürzlich wieder auf. Die Ergebnisse neuer technischer Ermittlungsmethoden veranlassten schließlich auch die Staatsanwaltschaft, das Ermittlungsverfahren wieder aufzunehmen.

Den Durchbruch hatte die Ausstrahlung des Falles Ende August in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" vor zwei Wochen gebracht. Einer der 76 neuen Hinweise führte die Ermittler zu eben jenem Zeugen, der in Vernehmungen eingeräumt habe, der Täter habe ihm den Mord gestanden.