Kriminalität

Polizei stellt Vater mit entführten Kindern in Ägypten

Die vier von ihrem Vater aus Hermannsburg bei Celle verschleppten Kinder sind nach Angaben der Polizei in Ägypten gefunden worden. Sie befänden sich zusammen mit dem 37-Jährigen seit dem gestrigen Nachmittag in der Obhut der ägyptischen Behörden.

Nach ersten Informationen von Polizei und Staatsanwaltschaft geht es den Kindern gut. Ihre Einreise nach Deutschland werde vorbereitet. Nähere Einzelheiten wollen die Ermittler im Laufe des heutigen Donnerstags mitteilen.

Unter einem Vorwand hatte der Mann, der nicht der sorgeberechtigte Vater ist, die vier- bis achtjährigen Kinder Ende April bei seiner Ex-Frau am Ostermontag unter einem Vorwand abgeholt. Der Mann, ein arbeitsloser Krankenpfleger, gilt als christlicher Fundamentalist. Er war mit den Kindern zunächst nach Ägypten geflogen und später in den Sudan gereist. Von dort ist der Mann mit den Kindern aber im Mai wohl wieder nach Ägypten zurückgekehrt. Die Polizei rief auch Ägypten-Urlauber dazu auf, sachdienliche Hinweise zu geben. Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" hatte den Fall auf Bitten der Polizei zudem spontan ins Programm genommen. Nach der Sendung waren zwar Hinweise eingegangen, der Aufenthaltsort der Kinder blieb jedoch unklar.

Im Juli hatte die Mutter aus Hermannsburg zuletzt Hoffnung geschöpft, als mehrere Zeugen unabhängig voneinander berichtet hatten, die Kinder in Bayern gesehen zu haben. Die Polizei wollte diese Berichte damals nicht konkret bestätigen und sprach nur davon, dass ein Aufenthalt in Süddeutschland "im Bereich des Möglichen" liege. Allerdings hatte ein Sprecher im Juli angemerkt, dass die Hoffnung auf eine schnelle Lösung des Falls steige. Ob und wenn ja wie die Ermittler von Süddeutschland aus eine Spur nach Ägypten verfolgen konnten, ist bisher unklar.