Nahverkehr

Hamburg verbietet Alkohol in Bussen und Bahnen

Grölende Jugendliche im Alkoholrausch, immer wieder Gewaltexzesse in Bus und Bahn: Hamburg will jetzt hart durchgreifen. Die Hansestadt verbietet von heute an Alkohol im öffentlichen Nahverkehr.

Wer dort trotzdem trinkt, soll vom 1. Oktober an sogar 40 Euro Strafe zahlen - wohl einmalig in einer deutschen Großstadt. Deshalb facht der Vorstoß die Debatte bundesweit an.

Denn Verbote gibt es auch in manchen anderen Städten - ungewöhnlich ist allerdings Hamburgs Bußgeld samt der Ankündigung, damit ernst zu machen. Die Hansestadt erhofft sich davon weniger Ärger mit Betrunkenen.

Experten in Berlin und in anderen Landeshauptstädten bleiben jedoch skeptisch. "Wir versprechen uns von einem Alkoholverbot nichts", sagte Klaus Wazlak, Sprecher der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). "Wir haben den Eindruck, dass die Flasche Bier oder anderes in Berlin zum Lifestyle gehört." Wollte man ein Alkoholverbot kontrollieren, "hätten Polizei und Sicherheitskräfte nichts anderes mehr zu tun".

In Berlin und Umland sollen deshalb wie bisher im Einzelfall stark betrunkene oder gewalttätige Kunden aus dem Zug oder dem Bahnhof gewiesen werden, sagten Sprecher des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) und der BVG. Ein striktes Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr lehnt der VBB ab.