Emden

Sieben Jahre Haft für tödliche Attacke auf Ehefrau in Badewanne

Bei der tödlichen Attacke auf seine Ehefrau in der Badewanne hat ein Mann aus Emden nach dem Urteil des Landgerichts Aurich keine Tötungsabsicht gehabt.

Deshalb verurteilte die Strafkammer den 48-Jährigen nur wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten. Zugleich wurde die Unterbringung des alkoholkranken Mannes in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Das Urteil entspricht der Forderung der Staatsanwaltschaft, die ihre Anklage wegen Totschlags fallen gelassen hatte.

Der Mann hatte am 14. Februar dieses Jahres seine 42-jährigen Ehefrau im Streit geschlagen und ihren Kopf unter Wasser gedrückt. Die Ursache des tödlichen Ehedramas war, wie die Strafkammer am Ende des Prozesses erklärte, jahrelange exzessive Alkoholgelage, Streitereien, Handgreiflichkeiten und gegenseitige Körperverletzungen. "Wir glauben nicht an ein vorsätzliches Tötungsdelikt", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Gronewold.

Der Streit in der Wohnung des Ehepaares war eskaliert. Die Frau habe dem Angeklagten unter anderem vorgeworfen, dass er eine der drei gemeinsamen Töchter sexuell missbraucht hat, obwohl das nachweislich nicht stimmte, sagte Gronewold. Beide Ehepartner waren zu diesem Zeitpunkt stark alkoholisiert. Das Opfer hatte 3,7 Promille Alkohol im Blut, der Ehemann 2,4 Promille.

In diesem Zustand legte sich die Frau in die gefüllte Badewanne, die der Angeklagte zuvor für sich eingelassen hatte. Dann soll sie ihre Vorwürfe wiederholt haben, woraufhin er seine Frau mehrere Sekunden lang unter Wasser drückte.

( dapd )