USA

Trügerische Normalität - "Irene" hinterlässt Tote und Zerstörung

Schon einige Stunden nach dem großen Sturm schien es in New York, als sei nichts gewesen: Junge Frauen joggten am Battery Park vorbei. Kleine Kinder planschten in Gummistiefeln durch die Pfützen.

Männer flanierten in T-Shirt und kurzen Hosen durch den Central Park. New York hat "Irene" überstanden - und es war gar nicht so schlimm. Doch ganz so harmlos, wie jetzt viele sagen, war es nicht an der Ostküste: Millionen waren ohne Strom, weite Gebiete wurden überschwemmt - und mehr als 30 Menschen starben. Nun haben in den USA Aufräumen und Analyse begonnen.

Die Warnung vor vorschneller Erleichterung kam von ganz oben. "Ich will unterstreichen, dass die Auswirkungen des Sturms noch für einige Zeit zu spüren sein werden. Die Erholung kann Wochen dauern", sagte Obama.

Die ganzen USA, ja die ganze Welt hatte auf New York geschaut. Die Millionenstadt ist Katastrophen gewöhnt - aber keine tropischen Wirbelstürme, die sich höchst selten so weit in den Norden verirren. Als es in New York bei heftigem Regen und kräftigem Wind blieb, atmeten alle auf, in New York, den USA und der Welt. Aber die Situation in der Metropole war nur die halbe Wahrheit.

Denn bei aller Erleichterung übersehen viele die Bilanz von "Irene", all die Menschen, die ihr Leben verloren. Die meisten wurden von Bäumen oder Trümmern erschlagen, etwa ein elfjähriger Junge in seinem Zimmer oder ein Mann, der sein Vieh nicht unversorgt lassen wollte. Andere starben in ihren Autos oder ertranken in den Fluten. "Irene" hat in fast einem Dutzend Staaten zu Überflutungen geführt. Das Wasser kam an der Küste New Jerseys ebenso wie in den Straßen Manhattans oder den Bergen Vermonts.

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