Kriminalität

Großrazzia in Table-Dance-Bars auf der Reeperbahn

In Tabledance-Bars auf der Hamburger Amüsiermeile Reeperbahn sind offensichtlich Gäste aus aller Welt um ihr Geld betrogen worden. Nach mehrwöchigen Ermittlungen schlugen die Fahnder in der Nacht zum Samstag zu und vollstreckten sieben Durchsuchungsbeschlüsse für drei Geschäfts- und vier Privatwohnungen.

Anlass für die Razzia zur Sicherung von Beweismitteln waren 78 Strafanzeigen wegen Betruges und räuberischer Erpressung, wie ein Polizeisprecher am Samstag auf dapd-Anfrage sagte. Die Schadenssumme liegt im fünfstelligen Bereich.

An dem Einsatz zwischen 1.00 und 3.25 Uhr waren neben Beamten der Kriminalpolizei auch drei Staatsanwälte vor Ort beteiligt, wie der Hamburger Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers auf dapd-Anfrage sagte. Die Fahnder durchsuchten laut der Online-Ausgabe des "Hamburger Abendblatts" die Lokale "Center 66", "Baby Doll", "Barracuda Bar" und Privatwohnungen. Der Aktion vorausgegangen waren mehrwöchige Ermittlungen, wie es weiter von dem Polizeisprecher hieß.

Demnach haben Gäste der Bars in ihren Strafanzeigen angegeben, dass es um unstimmige Rechnungen gegangen sei. Die Besucher der Bars sollen unter massivem Druck zur Zahlung von Rechnungen gezwungen worden sein, wie der Polizeisprecher sagte. Ferner habe es im elektronischen Zahlungsverkehr mehrere Abbuchungen gegeben.

Die Ermittlungen richten sich bislang den Angaben zufolge gegen 67 Verdächtige. Die Geschädigten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Europa, Südamerika, Japan und Australien.

Angaben zu möglichen Festnahmen oder sichergestelltem Beweismaterial machte der Polizeisprecher allerdings nicht. Mit weiteren Ergebnissen werde demnach erst in ein paar Tagen gerechnet.

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