Kriminalität

Einbruch in Museum: Horndiebe schlagen wieder zu

Nach Einbrüchen in etlichen Museen Europas sind jetzt auch in Rotterdam wertvolle Nashornhörner aus einer Ausstellung geraubt worden. Diebe schnitten in der Nacht zum Sonnabend das echte Horn von einem aus Kunststoff gefertigten Nashornkopf, teilte das Naturkundemuseum der niederländischen Hafenstadt mit.

Hinter dem Diebstahl steckt mit großer Wahrscheinlichkeit der illegale Handel mit Hörnern. Für Nashornhörner sollen in Asien Preise von mehr als 25 000 Euro pro Stück gezahlt werden. Zu Pulver zermahlen werden sie in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. Zudem sind sie als Potenzmittel begehrt, obwohl Wissenschaftler eine solche Wirkung bisher bestreiten.

In Rotterdam lösten die Horndiebe zwar den Alarm des Museums aus, sie verschwanden aber vor dem Eintreffen der Polizei mit der Beute. Bilder einer Überwachungskamera zeigen zwei vermummte Männer. Unklar ist, ob es sich in Rotterdam um dieselben Täter handelt, die in den vergangenen Monaten mehrere Nashornhörner aus Einrichtungen in Deutschland gestohlen haben. Betroffen waren das Zoologische Museum in Hamburg, das Bamberger Naturkundemuseum sowie das Jagdmuseum Oerrel im niedersächsischen Kreis Gifhorn. Dort waren die Täter besonders dreist und stahlen während der Öffnungszeit. Auch aus Italien und Großbritannien wurden Horndiebstähle gemeldet. Die Jagd auf Nashörner sowie der Handel mit Hörnern und sämtlichen anderen Produkten der bedrohten Tiere sind durch das Washingtoner Artenschutzabkommen Cites streng verboten.