Polizei

Waffensammler hortet Feuerwerkskörper mitten in Wohnviertel

Überrascht und fassungslos haben Nachbarn auf die Entdeckung eines illegalen Feuerwerkslagers in einem Essener Wohnviertel reagiert. Bei der Räumung der Wohnung im nordwestlichen Stadtteil Bochold wurden neben Unmengen an Feuerwerkskörpern und Chemikalien auch eine große Menge Munition und rund 300 Waffen gefunden.

Mindestens 40 von ihnen waren nach Polizeiangaben "scharf" - also gebrauchsfähig. Durch Zufall hatte die Polizei bereits am Donnerstag das Großarsenal in der Wohnung des 45-Jährigen Mannes gefunden. Dieser lebte zusammen mit seiner auf den Rollstuhl angewiesenen Mutter in der Wohnung. Die alte Dame war während dessen Abwesenheit in eine Notlage geraten und hatte um Hilfe gerufen. Ein Zusteller, der die Rufe hörte, alarmierte die Beamten. Die Entdeckung des Arsenals wurde erst einen Tag später bekannt.

Über die Hintergründe der Sammelwut ist bisher nichts verlautet. Der bislang unbescholtene Mann, offenbar ein Militariasammler, sitzt vorerst in Untersuchungshaft. Er wurde am Wochenende weiter von den Ermittlern vernommen. Die Polizei ließ die Feuerwerkskörper in ein spezielles Lager bringen. "Von einer solchen Menge wäre bei einem Brand eine immense Gefahr ausgegangen", sagte ein Polizeisprecher. "Ich bin froh, dass Schlimmeres verhindert wurde", sagte ein 29-Jähriger, der in einem Hochhaus gegenüber dem Fundort wohnt.