Hamburg

Festnahmen nach Randale beim Schanzenfest

Nach dem Hamburger Schanzenfest unweit des Autonomentreffs Rote Flora ist es auch in diesem Jahr zu Ausschreitungen gekommen. Die befürchteten schweren Straßenschlachten mit Randaliern blieben bis jedoch aus.

Nachdem Vermummte mehrere Feuer gelegt und den Eingang einer Bank zerstört hatten, ging die Polizei mit 200 Einsatzkräften und drei Wasserwerfern gegen die Betreffenden vor. Fünf Polizisten und ein Journalist wurden leicht verletzt. 31 Personen wurden vorläufig festgenommen, ein 21-Jähriger wurde wegen Landfriedensbruchs dem Haftrichter vorgeführt. Zehn Randalierer kamen in Gewahrsam.

Am Samstag hatten mehr als 10 000 Anwohner und Besucher ein friedliches Schanzenfest gefeiert. Anschließend kam es gegen 22.30 Uhr zu ersten Zwischenfällen, als Jugendliche vor der Roten Flora Feuerwerkskörper warfen und mehrere Müllsäcke auf der Straße anzündeten. Passanten löschten das Feuer. Kurz darauf wurde der Polizei zufolge eine Filiale der Sparkasse unweit der Roten Flora attackiert. Dabei zerstörten rund 20 Vermummte mit Eisenstangen den Eingangsbereich der Bank. Vor der Roten Flora seien bei einem Feuer aus Mülltonnen, Absperrgittern, Holzpaletten und Bierbänken die Flammen meterweit in die Höhe geschlagen. Die Polizei löschte das Feuer mit den Wasserwerfern und trieb die Menge auseinander. Zu dieser Zeit befanden sich noch Tausende Menschen im Schanzenviertel. Die Straße Schulterblatt wurde geräumt. Kurz nach Mitternacht beruhigte sich die Lage wieder.

Das Schanzenfest im Stadtteil Sternschanze war wie in den Jahren zuvor nicht angemeldet und geht auf die Initiative der Anwohner zurück. Das seit 1988 stattfindende linksalternative Fest verläuft stets ohne Randale. In der Nacht danach jedoch kommt es alljährlich zu Krawallen.