Spekulationen

Wie viel zahlt die ARD an Gottschalk?

Verwirrung um die Gage des Entertainers Thomas Gottschalk: Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitschrift "Manager Magazin" soll er bei der ARD deutlich mehr verdienen als beim ZDF - muss dafür aber auch mehr tun.

Nach Angaben des "Manager Magazins" bekommt der 61-Jährige im ARD-Vorabendprogramm für 140 Sendungen pro Jahr ab Januar 2012 rund sechs Millionen Euro Gage, womit er seine Einkünfte im Vergleich zu seinem ZDF-Engagement vervierfachen würde.

Allerdings sagte ein ARD-Sprecher, er könne diese Summe nicht bestätigen, denn es gebe derzeit noch keinen gültigen Vertrag. Die Verhandlungen über die Einzelheiten liefen noch. Gleichwohl sei an der Absichtserklärung zwischen der ARD und Gottschalk nicht zu rütteln. Auf Nachfrage der Berliner Morgenpost bestätigte die ARD die Summe nicht, dementierte sie aber auch nicht.

Die ARD-Vorsitzende Monika Piel hatte den Transfer im Juli (als der Wechsel Gottschalks bekannt gegeben wurde) als "kostenneutral" bezeichnet. Über die genaue Finanzierung wollte sie keine Angaben machen, da das neue Format im werbefinanzierten Vorabendprogramm ausgestrahlt wird.

Am Donnerstag meldeten sich auch Gottschalks Rechtsanwälte zu Wort: Beide Aussagen des "Manager Magazins" seien falsch. Weder vervierfache Gottschalk sein Jahresgehalt noch erhalte er die vom "Manager Magazin" genannte Summe.

Die Aussagen des "Manager Magazins" stimmten nicht im Ansatz, entbehrten also jeglicher Grundlage. Die Anwälte seien beauftragt, gegen die Zeitschrift presserechtliche Schritte einzuleiten.

Auf Anfrage der Berliner Morgenpost heißt es beim "Manager Magazin", man bleibe bei der eigenen Darstellung. Die Informationen stammten von "Insidern, die nah dran sind".

Die öffentlich-rechtliche ARD hofft darauf, dass durch die Verpflichtung Gottschalks ab Januar die Marktanteile kurz vor 20 Uhr zulegen und damit die Werbeeinnahmen steigen werden.

Über das genaue Konzept der Unterhaltungsshow schweigt man sich bei der ARD allerdings weiterhin aus. Nur so viel: In Gottschalks Studio, so plauderte die ARD im Juli aus dem Nähkästchen, soll es ziemlich modern zugehen: Um auch die jungen Zuschauer fortan zu ködern, sollen Twitter, das soziale Netzwerk Facebook und der Online-Telefondienst Skype ebenso ins Konzept integriert werden wie Live-Show-Gäste "aus den Bereichen Lifestyle, Entertainment und Kultur".

Moderator Thomas Gottschalk will das aktuelle Zeitgeschehen mit zugeschalteten Experten diskutieren, sich nach eigener Aussage bescheiden um den "ganz normalen täglichen Wahnsinn" kümmern und "Politik, Seuchen und Finanzkrisen" weiterhin der altgedienten ARD-"Tagesschau" überlassen, die im Anschluss an seine Show ausgestrahlt wird.