Prozess

Die Rückkehr des Massenmörders Anders Behring Breivik

Die Bilder lassen einen erschaudern. Zu sehen ist ein Massenmörder, der an den Ort seiner unvorstellbaren Taten zurückkehrt, der dort, wo er vor drei Wochen 69 junge Menschenleben auslöschte, sachlich und detailliert den Ablauf seines Massakers demonstriert.

Zu sehen sind außerdem: Polizisten, die seinem Vortrag folgen, folgen müssen, die seine Posen betrachten, die hinter ihm hermarschieren, während Breivik die Route seines Blutbads noch einmal abläuft - Anders Behring Breivik hat seine Zuschauer, ob sie wollen oder nicht. Die Rückkehr, wird später Staatsanwalt Paal-Fredrik Hjort Kraby sagen, habe Breivik "gefühlsmäßig nicht unberührt" gelassen. Reue aber habe er keine gezeigt. Anders Behring Breivik hatte die Anschläge zwar gestanden, eine strafrechtliche Schuld aber hatte er abgestritten.

Acht Stunden hat sein Besuch auf der Insel gedauert. Die Beamten filmten die Schilderung des Tathergangs, um sie später vor Gericht als Beweismaterial heranziehen zu können. Hjort Kraby bestätigte zudem norwegische Medienberichte, wonach Breivik während der Anschläge offenbar mehrmals bei der Polizei angerufen hatte. Der Staatsanwalt äußerte sich allerdings nicht über die Reaktion auf diese Telefonanrufe.

Breivik war während des ganzen Besuchs an einer Leine befestigt. Unter anderem stellte er nach, wie er auf die Jugendlichen im Wasser geschossen hatte, die in Panik versucht hatten zu entkommen.