Partnerschaft

Aufregung um Auflagen für schwulen Schützenkönig

Ein homosexuelles Schützenkönigspaar aus Münster, das zu hohen Anlässen nicht nebeneinander marschieren darf, bekommt Deckung von Deutschlands Lesben- und Schwulenverband (LSVD).

"Der Kölner Weihbischof Heiner Koch will befehlen, dass der Lebenspartner eines Schützenkönigs beim Festumzug nicht neben, sondern eine Reihe hinter ihm marschieren muss", kritisierte LSVD-Sprecher Manfred Bruns. Das sei "ein Musterbeispiel von Scheinheiligkeit und Realitätsverleugnung". Der Weihbischof ist ranghoher Funktionär im Schützen-Dachverband. Die Auflagen für das schwule Paar sorgen auch in der Landesregierung von NRW für Empörung.

König Dirk Winter (44) war unversehens zum Politikum geworden, weil er im Juni seinen Partner zur Königin gemacht hatte. In seinem Stadtteilverein in Münster-Kinderhaus hatten ihn Freunde ausdrücklich ermutigt. Winter ist seit 15 Jahren mit seinem Freund Oliver zusammen. Das Paar darf nun beim Landesbezirks-Königsschießen im münsterländischen Horstmar und Bundeskönigsschießen im ostwestfälischen Harsewinkel zwar marschieren, aber nicht nebeneinander. Diese Einschränkung war ein Vorschlag des Weihbischofs. In der rot-grünen Landesregierung wurden diese Einschränkungen als "Diskriminierung" und "homophobe Einstellung" gewertet.