Prozess gegen Arzt

Frau lebte 15 Jahre mit chirurgischem Schwamm im Bauch

Mit jahrelanger Verspätung will eine Australierin ihren Arzt verklagen, der während einer Unterleibs-OP einen Schwamm in ihrer Bauchhöhle vergessen hatte. Über 15 Jahre lang litt Helen O'Hagan an Krämpfen, Fieber und Darmproblemen, bevor die Ursache des Übels entdeckt wurde, wie die Zeitung "Sydney Morning Herald" berichtete.

Der Arzt versuchte vergeblich, die Klage mit dem Argument zu verhindern, sie komme mit der Forderung viel zu spät.

Nach Angaben O'Hagans hatte der Arzt den chirurgischen Schwamm von der Größe einer Grapefruit 1992 während der operativen Entfernung ihres Dickdarms in ihrem Bauchraum vergessen. Seitdem litt sie laut "Sydney Morning Herald" häufig unter Krämpfen und hatte Probleme beim Stuhlgang, schrieb dies aber stets ihren langjährigen Gesundheitsproblemen zu - bis der Schwamm bei einer Röntgenuntersuchung im Jahr 2007 entdeckt wurde. Zu dieser Zeit hatte sich dem Bericht zufolge bereits eine "Flüssigkeitstasche" um ihn gebildet, mit der er fest verwachsen war.

O'Hagan wurde noch am selben Tag operiert, doch teilte ihr der zwischenzeitlich in einen anderen Bundesstaat versetzte Chirurg erst im vergangenen Mai mit, dass der Schwamm bei der ursprünglichen OP vergessen worden sein musste. Der inzwischen pensionierte erste Chirurg argumentierte vergeblich, seine Patientin habe zwischen dem Eingriff und der Klage zu viel Zeit verstreichen lassen. Richter Leonard Levy folgte O'Hagans Argumenten, ihre anhaltenden Gesundheitsprobleme hätten sie zunächst zu sehr beansprucht, um dem Fall nachzugehen - unter anderem war sie seit 1970 insgesamt 23 Mal im Krankenhaus. Der Prozess gegen den Arzt soll noch diese Woche beginnen.