Skulptur

Riesen-Nixe droht in der Hamburger Alster zu ertrinken

In einer Badewanne eine entspannte Sitzhaltung zu finden, ist gar nicht so leicht. Auch die blonde Riesen-Nixe aus Hamburg hat damit so ihre Probleme.

Dabei sollte sie doch trotz ihrer Körpermaße von vier mal 20 Meter genug Platz haben: Ihre Badewanne für die nächsten zehn Tage ist schließlich die Alster. Jetzt droht die Blonde zu ertrinken: Am Ballindamm wollte die Skulptur aus Styropor sich gestern zurücklehnen, nur Kopf und Knie sollten aus dem Wasser schauen.

Doch technische Probleme verhinderten zunächst den Transport der Dame zu ihrem vorgesehen Standpunkt. Das aus drei Elementen bestehende Kunstwerk sollte mit einem Schleppkahn vom Jungfernstieg zum Sandweg unter der Lombardsbrücke transportiert werden, drohte dabei aber zu kippen. So planschte die Blonde erst mal in ihren Einzelteilen vor dem Alsterpavillion mit den Knien hinter dem Kopf. Experten arbeiten mit Hochdruck an der Lösung des Problems. "Es wird fieberhaft daran gearbeitet, die Badende übers Wasser zu transportieren", sagte ihr Schöpfer Oliver Voss. Der ehemalige Vorstand der Werbeagentur Jung von Matt und Präsident der Miami Ad School Hamburg schuf das Kunstwerk, um Touristen anzulocken und für Hamburg als Standort der Kreativbranche zu werben. Seit Wochen streiten städtische Behörden, ob die Nackte in der Alster baden darf oder nicht. Die Umweltbehörde und Kulturstaatsrat Nikolas Hill (CDU) haben dem Projekt grünes Licht gegeben. Bezirksbürgermeister Markus Schreiber (SPD) war dagegen. Die Binnenalster sei "heilig", da könne "nicht einfach jemand irgendwas reinstellen." Am Ende hatten sich Künstler und Behörden geeinigt. Die Besatzungen der Flussdampfer dürften sich auf die Abwechselung freuen. Schließlich können sie von der Reling aus der Dame beim Bad zusehen.