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Widerspruchsfrist gegen Kartendienst Streetside beginnt

Millionen Bundesbürger können von heute an verhindern, dass der US-Konzern Microsoft Fotos ihrer Häuser im Internet veröffentlicht. Das Unternehmen will dafür im Netz ein Formular zur Verfügung stellen, mit dem ein sogenannter Vorab-Widerspruch für seinen 360-Grad-Dienst Streetside möglich ist.

Von Herbst an sollen dort Straßenbilder aus Deutschland zu sehen sein. Streetside ist als Konkurrenz zu Street View vom Internetkonzern Google gedacht. Eine Sprecherin von Microsoft Deutschland, Miriam Kapsegger, sagte, ihren Konzern hätten bereits vor Beginn der Widerspruchsfrist circa 500 Schreiben mit Widersprüchen erreicht. Microsoft werde diese nicht ignorieren, sondern "individuell" bearbeiten. Die Frist für Vorab-Widersprüche für Streetside läuft bis Ende September.

Im Auftrag von Microsoft fährt die Spezialfirma Navteq seit dem Frühjahr gut 50 deutsche Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern ab und fotografiert dort Straßenzüge. Schon gefilmt sind vor allem Städte in Bayern, darunter die Regionen Nürnberg, Augsburg, München sowie Regensburg und Ingolstadt. Derzeit ist Navteq für Microsoft vor allem in Städten in Baden-Württemberg im Einsatz, darunter Stuttgart. Microsoft hat den Zeitplan online veröffentlicht. Die Fahrten in Deutschland dauern insgesamt etwa eineinhalb Jahre.

Microsoft hatte sich ursprünglich geweigert, einen Vorab-Widerspruch anzubieten. Ein Widerspruch sollte erst später möglich sein, nach Veröffentlichung der Bilder im Netz. Letztlich gab Microsoft aber dem Druck der zuständigen bayerischen Datenschützer nach. Diese hatte moniert, dass jeder die Fotos vor der Löschung kopieren könnte, stünden sie erst einmal im Netz. Laut Microsoft ist Deutschland das einzige Land weltweit, in dem das Unternehmen einen Vorab-Widerspruch anbietet.