Casey Anthony

Meistgehasste Amerikanerin soll Porno-Titel zieren

Ansgar Graw

Dieses Angebot empört Amerika: Casey Anthony, die Anfang Juli wegen nicht ausreichender Beweise vom Vorwurf des Mordes an ihrer damals zweijährigen Tochter Caylee freigesprochen wurde, soll sich für ein Traumhonorar ausziehen.

Larry Flynt, der Verleger des legendären Männermagazins "Hustler", bietet der wohl meistgehassten Frau der USA eine Garantiesumme von 500 000 Dollar plus eine zehnprozentige Beteiligung an zusätzlichen Verkaufserlösen an. Die 25-jährige Casey Anthony war beschuldigt worden, ihre Tochter vor drei Jahren mit Chloroform betäubt und umgebracht zu haben. Das Kind habe sie bei ihrem Partyleben zu sehr eingeschränkt. Anthony hatte ihre eigenen Eltern und einen Bruder wochenlang belogen und behauptet, Caylee sei bei einem Kindermädchen.

Später erzählte sie, dieses Kindermädchen habe ihre Tochter entführt. Sie habe die Polizei nicht eingeschaltet, weil sie sich selbst um die Freilassung von Caylee kümmern wolle. Doch in dieser Zeit feierte Casey Anthony ausgelassen in Bars und nahm an Bikini-Wettbewerben teil.

Als im Dezember 2008 die weitgehend verweste Kindsleiche gefunden wurde, änderte Casey die Story grundlegend. Ihre Tochter sei im Pool ihrer Eltern bei einem Badeunfall ertrunken. Sie habe dies niemandem gesagt, weil sie vor ihrem Vater Angst habe, der sie als kleines Mädchen sexuell missbraucht habe.

Trotz unzähliger nachgewiesener Lügen sprach eine Jury in Orlando/Florida die Frau wegen Mangels an Beweisen frei. Seit dem Ende des Prozesses ist Casey Anthony untergetaucht.

Der 69-jährige Flynt versicherte, sein Angebot sei ernst gemeint. "Scharen von Männern" hätten ihn gefragt, warum er die ja schließlich freigesprochene Frau noch nicht in seinem Magazin gezeigt habe. "Sie sagten: 'Sie ist wirklich eine attraktive Person.' Ich habe so etwas nie zuvor erlebt."