Unglück in Essen

Auto fährt in Menschengruppe an Haltestelle

Ein junger Autofahrer ist mit seinem Wagen an einer Straßenbahnhaltestelle in Essen in eine Gruppe wartender Menschen geschleudert. Den herbeigeeilten Sanitätern bot sich ein schlimmes Bild: Elf Menschen wurden verletzt, unter ihnen drei Kinder. Die jüngsten Verletzten waren vier, 13 und 14 Jahre alt.

Wie die Polizei mitteilte, war ein 22-jähriger Mann gegen elf Uhr vormittags mit seinem Auto von der Fahrbahn abgekommen und gegen die Begrenzungspfähle einer der Haltestelle auf dem Mittelstreifen geprallt. Der Wagen durchbrach eine Glas-Absperrung, erfasste wartende Fahrgäste und kam schwer beschädigt auf den Gleisen zum Stehen.

Sanitäter und Notärzte versorgten wenig später die Verletzten. 33 Retter gingen in den Einsatz. Acht Menschen, die an der Haltestelle warteten, waren von dem schwarzen BMW erfasst worden. Einige von ihnen wurden schwer verletzt. Der Autofahrer kam leicht verletzt davon, zwei Augenzeugen erlitten einen Schock. Ein 60 Jahre alter Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Zum Zustand der Kinder wollte sich die Polizei nicht äußern.

Ob der Unglücksfahrer zu schnell unterwegs war, oder ob ein technischer Defekt am Auto die Ursache war, konnten die Ermittler zunächst nicht sagen. Dass der Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, schließt die Polizei aus. Für genauere Untersuchungen wurde der Wagen sichergestellt. Die Aufräumarbeiten an der Unfallstelle dauerten bis in den Nachmittag.

Nach Angaben der Polizei hat es einen Unfall mit so vielen verletzten Fußgängern in Essen in den vergangenen Jahrzehnten nicht gegeben. "Ich kann mich an keinen vergleichbaren Unfall in Essen erinnern", sagte Polizeisprecher Lars Lindemann. Bundesweit machten derartige Verkehrsunfälle dagegen immer wieder Schlagzeilen.