Prozess

Fall Dennis: Pädagoge wegen dreifachen Mordes angeklagt

Zehn Jahre nach dem Mord an Dennis hat die Justiz Anklage gegen einen 40 Jahre alten Pädagogen aus Hamburg erhoben. Fast 20 Jahre lang hatte die Polizei in Norddeutschland vergeblich einen Kindermörder gesucht.

Erst nachdem sich im Frühjahr ein neuer Zeuge gemeldet hatte, konnten der Mord an dem neunjährigen Dennis aus Niedersachsen sowie zwei weitere Kindermorde aufgeklärt werden. Die Staatsanwaltschaft Stade wirft Martin N. vor, drei Jungen ermordet zu haben. Außerdem ist er wegen sexuellen Missbrauchs in 20 Fällen angeklagt.

"Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, den in den Medien als ,Maskenmann' bezeichneten Angeschuldigten strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen", sagte der Sprecher der Behörde, Kai Thomas Breas. Ob der geständige Pädagoge vermindert oder voll schuldfähig ist, soll ein Gutachten klären. Das Ergebnis stehe noch aus. Der 40-Jährige soll im September 2001 Dennis K. aus einem Schullandheim in Wulsbüttel nachts entführt und getötet haben. Bereits im Jahr 1992 hat Martin N. der Anklage zufolge den 13 Jahre alten Stefan aus einem Internat in Scheeßel entführt und getötet. 1995 soll er den achtjährigen Dennis R. aus einem Zeltlager bei Schleswig verschleppt und getötet haben.

Die Polizei hatte den 40-Jährigen in diesem Frühjahr in seiner Hamburger Wohnung festgenommen. In der polizeilichen Vernehmung gab er die Taten laut den Ermittlern zu. Die Staatsanwaltschaft klagt den 40-Jährigen wegen Mordes an, weil er die Kinder ihrer Überzeugung nach heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet hat, um die zuvor begangenen Sexualstraftaten zu verdecken.