Traueranzeige

Angehörige von Thomas Bögerl erheben Vorwürfe

Nach dem Freitod von Thomas Bögerl haben sich nun erstmals die engsten Verwandten des Witwers der entführten und ermordeten Bankiersfrau in einer Traueranzeige zu Wort gemeldet.

Bögerls Kinder, seine Mutter und weitere Angehörige erheben darin Vorwürfe gegen die Polizei und die Berichterstattung über den Entführungsfall und sehen diese als Motiv für seinen Selbstmord: "Unser lieber Vater, Sohn, Bruder und Schwager hat den Verlust seiner geliebten Frau, die erfolglosen polizeilichen Ermittlungen, die unsäglichen Verleumdungen und den zuletzt daraus resultierenden Abschied aus seinem Beruf nicht mehr ertragen können", schreiben sie in der Traueranzeige, die in der "Heidenheimer Zeitung" erschienen ist.

Thomas Bögerl hatte sich am Montag in seinem Haus erhängt. Seine Haushälterin fand ihn im Fitnessraum. Am Dienstag hatte dann eine Durchsuchung seines Hauses stattgefunden, die die Polizei unter anderem mit der Suche nach Motiven für den Selbstmord erklärte. Schriftliches Material und andere Spuren würden nun ausgewertet, erklärte ein Sprecher. Die Beamten suchten aber auch nach möglichen Zusammenhängen zu dem Entführungs- und Mordfall Maria Bögerl. Die Bankiersgattin war im Mai 2010 aus ihrem Haus entführt und drei Wochen später erstochen aufgefunden worden. Bis heute ist der Täter unbekannt. Eine Sonderkommission der Polizei untersuchte mehr als 8000 Hinweise, bislang jedoch, ohne auf eine heiße Spur zu stoßen.