Urteil

Lebenslange Haft für Duisburger Mafia-Morde

Fast vier Jahre nach den brutalen Mafia-Morden von Duisburg ist der Drahtzieher zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht in der süditalienischen Stadt Locri sah es als erwiesen an, dass es sich bei Giovanni Strangio um den Haupttäter des Sechsfachmordes von Duisburg handelt.

Gegen sieben weitere Angeklagte wurden ebenfalls lebenslange Freiheitsstrafen verhängt.

Am 15. August 2007 waren in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs vor dem Restaurant "Da Bruno" sechs Italiener im Alter zwischen 16 und 39 Jahren erschossen worden. Das Vorgehen erinnerte an eine Hinrichtung. Die Opfer saßen in ihren Autos, es wurden über 70 Schüsse auf sie abgegeben. Schon kurz nach der Tat wurde spekuliert, dass die Tat mit einer Fehde zweier verfeindeter Familien der Mafiaorganisation 'Ndrangheta in Zusammenhang steht. Der Staatsanwaltschaft zufolge war das Massaker Teil einer langjährigen Fehde zweier Klans der in Kalabrien ansässigen 'Ndrangheta.

Außerdem verurteilte das Gericht drei weitere Personen zu Freiheitsstrafen zwischen neun und zwölf Jahren. Drei weitere sprach es frei. Das italienische Recht erlaubt die Verfolgung von Verbrechen, die im Ausland verübt wurden, wenn die Opfer italienische Staatsbürger sind. Deshalb wurde nicht vor einem deutschen Gericht verhandelt.

Die 'Ndrangheta ist nach Ansicht von Experten heutzutage mächtiger als die sizilianische Mafia und vergleichbare Organisationen. Sie ist einer der größten Kokainschmuggler der Welt. Die Morde von Duisburg gelten als einer der ersten Fälle, in dem eine Blutfehde verschiedener Klans im Ausland ausgetragen wurde. Die Staatsanwaltschaft sehe in den Mafia-Morden von Duisburg den Beweis, dass die 'Ndrangheta mittlerweile auch außerhalb Italiens fest verwurzelt sei, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa.