Betty Ford

Engagement gegen die Sucht

Die frühere First Lady der USA, Betty Ford, ist tot. Die Witwe des ehemaligen Präsidenten Gerald Ford starb am Freitag im Alter von 93 Jahren. Betty Ford wurde vor allem für ihr Engagement gegen Drogenmissbrauch bekannt. Sie gründete das berühmte Betty Ford Center in Kalifornien, nachdem sie selbst eine Tabletten- und Alkoholsucht überwunden hatte.

In der Klinik sind mehr als 90 000 Menschen behandelt worden, darunter auch Liz Taylor, Johnny Cash und Lindsay Lohan.

Ford war von 1948 bis zu seinem Tod im Jahr 2006 mit dem ehemaligen US-Präsidenten Gerald Ford verheiratet, der zwischen 1974 und 1977 das Land regierte. Die Amerikanerin fiel durch ihre Offenherzigkeit, ihre Schlagfertigkeit und ihren Mut im Umgang mit ihren Krankheiten auf: Brustkrebserkrankung, schwere Arthritis und Alkoholismus. Durch ihren für die 70er-Jahre ungewohnt offenen Umgang mit dem Thema Brustkrebs brachte sie viele Amerikanerinnen dazu, sich ebenfalls untersuchen und behandeln zu lassen. Ford setzte sich auch für Abtreibungs- und Frauenrechte ein.

15 Monate nach Ende der Amtszeit ihres Mannes machte sie ihre Drogenabhängigkeit öffentlich und kündigte an, sich in Behandlung zu begeben. Ford erklärte später, die Intervention ihrer Familie, die sie im April 1978 zu einer Therapie aufforderte, habe ihr das Leben gerettet. US-Präsident Barack Obama würdigte Ford mit den Worten, sie habe dazu beigetragen, das gesellschaftliche Stigma rund um die Drogenabhängigkeit zu beseitigen, und Tausende inspiriert, Hilfe zu suchen. Der frühere US-Präsident George H.W. Bush würdigte Ford als "wunderbare Ehefrau und Mutter, eine großartige Freundin und eine mutige First Lady". Keiner habe sich den Kämpfen des Lebens "mit mehr Stärke oder Offenheit gestellt."

Betty Ford half dabei, drei Millionen Dollar für die Klinik aufzubringen, und willigte nur zögerlich ein, sie nach ihr benennen zu lassen. "Der Name des Centers ist sowohl eine Last wie auch eine Ehre gewesen", schrieb Ford später. Zu Patienten der Klinik sagte sie gerne, sie sei "nur eine weitere Frau, die dieses Problem hatte". Leute, die wieder gesund wurden, hätten ihr oft gesagt, sie habe deren Leben gerettet, sagte Ford einmal. "Die sind sich nicht bewusst, dass wir nur die Möglichkeit dafür schaffen, dass sie es selbst machen. Das ist alles."

Ford erhielt 1991 die Freiheitsmedaille des Präsidenten verliehen - die höchst zivile Auszeichnung der USA. Wegen ihrer grau-grünen Augen und ihres stattlichen Auftretens wurde Ford oft etwas Majestätisches nachgesagt. Mit Gerald Ford war sie in zweiter Ehe verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Söhne und eine Tochter hervor.