Enschede

Ein Toter bei Dacheinsturz in Stadion

Ein Tribünendach im Fußballstadion der niederländischen Stadt Enschede ist bei Bauarbeiten eingestürzt und hat einen Mann in den Tod gerissen.

15 weitere Bauleute erlitten am Donnerstag im Heimatstadion des Spitzenligaklubs FC Twente Verletzungen, teilte Bürgermeister Peter den Oudsten mit. Zwölf von ihnen wurden mit Rettungswagen und einem Hubschrauber in Krankenhäuser gebracht, bei zweien sind die Verletzungen schwer.

Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen, nachdem die neue Dachkonstruktion am Mittag innerhalb von Sekunden in sich zusammengefallen war. "Es gab einen furchtbaren Knall", sagte einer der Arbeiter, der mit Hautabschürfungen davongekommen war. "Alle hatten Angst, und wer konnte, rannte um sein Leben."

Auch Stunden nach dem Einsturz am Donnerstag suchten Rettungskräfte mit Hunden und Spezialkameras die Trümmer nach Menschen ab, die möglicherweise noch verschüttet waren. Dies sei aber nur eine Vorsichtsmaßnahme, es werde eigentlich niemand mehr vermisst, erklärte der Bürgermeister. "Wir müssen aber absolut sicher sein."

Über die Ursache des Einsturzes wurde heftig spekuliert. Eine Expertengruppe sollte die Hintergründe klären. Nach Angaben der Regionalzeitung "De Twentsche Courant Tubantia" hieß es "in Kreisen von Bauarbeitern, die anonym bleiben wollen", der Arbeitsdruck sei angesichts des näherkommenden Übergabetermins immer stärker geworden. FC-Twente-Manager Jan van Halst widersprach: Der Verlauf der Bauarbeiten habe genau dem Terminplan entsprochen. Das neue Dach war Teil einer vor mehreren Wochen begonnenen Modernisierung des traditionsreichen Twente-Stadions "De Grolsch Veste". Es soll künftig 30 000 und damit mehreren Tausend Zuschauern mehr als bisher Platz bieten.