Verkehr

Deutsche über Raststätten-Preise verärgert

Gerade zur Urlaubszeit freut man sich, wenn man direkt an der Reisestrecke halten und schnell etwas Schmackhaftes und Preiswertes essen kann. Was ein Problem ist - denn drei von vier Deutschen finden die Raststätten entlang der deutschen Autobahnen zu teuer.

In einer repräsentativen Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa erklärten 76 Prozent der Befragten, die Preise der Rastanlagen seien nicht angemessen. Besonderes Ärgernis sind dabei die Toilettengebühren: Die in vielen Raststätten geforderten 70 Cent halten vier von fünf Befragten (80 Prozent) für zu viel. Frauen sind dabei mit 83 Prozent kritischer als Männer (77 Prozent). Dennoch zeigte sich mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) mit der Qualität der Raststätten insgesamt zufrieden.

"Marktgerechte Preise"

Die Pächter-Vereinigung UNIPAS wehrte sich gegen die Kritik: "Wir haben marktgerechte Preise, die sich mit denen in Cafés oder Restaurants vergleichen lassen", sagte der UNIPAS-Vorsitzende Ronald Graetz am Donnerstag im westfälischen Minden. "Preise wie ein Imbiss oder eine Kantine machen wir nicht." Das Preis-Leistungsverhältnis stimme auch beim Toilettenbesuch. Der kostet an vielen deutschen Raststätten 70 Cent. Gleichzeitig bekommt der WC-Gast einen Bon im Wert von 50 Cent, den er in den Raststätten einlösen kann. "Die 20 Cent Gebühr halten wir für zumutbar", sagte Ronald Graetz. "Schließlich haben wir die saubersten Toiletten Europas." Die Gebühr war erst kürzlich von 50 auf 70 Cent erhöht worden.

Der ADAC allerdings ärgert sich sehr über die Gebühr. Unternehmen kann der Automobilclub dagegen aber nichts. "Es gibt keinen Grund für die Erhöhung", meinte ADAC-Sprecher Dieter Wirsich. Auch der Auto Club Europa (ACE) hält die Preise an deutschen Autobahnraststätten für überzogen. "Unter dem Strich ist nicht nur der Sprit unverhältnismäßig teuer, sondern alles andere auch", sagte Sprecher Rainer Hillgärtner. Der ACE rät Reisenden zur Urlaubszeit daher, sich entweder selbst zu versorgen oder sich abseits der Autobahn nach günstigen Alternativen umzusehen.

Doch nur jeder vierte Befragte (25 Prozent) sucht regelmäßig alternative Pausenplätze abseits der Autobahnen. Mit 29 Prozent fahren mehr Männer regelmäßig zum Rasten von der Autobahn ab als Frauen (21 Prozent). Insgesamt suchen fast zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) zumindest manchmal Alternativen, nur jeder zehnte Befragte (10 Prozent) ist den Autobahnraststätten immer treu.

Zu wenig Angebote für Kinder

Spielplätze und andere Angebote für Kinder bekommen von den Frauen etwas schlechtere Noten als von den Männern: Knapp jede zweite Frau (49 Prozent) findet die Angebote für Kinder nicht ausreichend, nur jede fünfte (20 Prozent) ist damit zufrieden.

Unter den befragten Männern hält rund jeder vierte (26 Prozent) die Spielmöglichkeiten für ausreichend. Familien sehen die Möglichkeiten für Kinder, an Raststätten spielen zu können, kritischer als Singles. Über die Hälfte (54 Prozent) der befragten Familien sind mit dem Spielplatzangebot unzufrieden, bei den Singles halten 43 Prozent die Angebote nicht für ausreichend. Dennoch fahren Familien nicht häufiger zum Rasten von der Autobahn ab als Singles. Die Meinungsforscher hatten von Montag bis Mittwoch 1060 Menschen im Alter von mindestens 16 Jahren aus ganz Deutschland befragt.