Monaco

Eine Hochzeit und viel Aufregung

Sie will nicht, aber immerhin - sie will. Auf diese Formel lässt sich momentan wohl die Haltung von Charlene Wittstock bringen, die heute in Monaco Fürst Albert II. heiraten wird. Was sie nicht will, ist, wie eine neue Gracia Patricia behandelt zu werden.

Obwohl durch die zweitätigen Hochzeitsfeierlichkeiten mit großem Volksfest, Gratiskonzert, Fahrt durch das Fürstentum und Niederlegung des Brautstraußes in der Kirche Sainte-Dévote durchaus Erinnerungen an Grace Kelly wach werden, die 1956 Alberts Vater Fürst Rainier III. heiratete. Charlene Wittstock, die ehemalige Profi-Schwimmerin, mag freilich nicht an der traumhaften Gracia Patricia gemessen werden. Doch immerhin und allen Spekulationen zum Trotz - sie will heiraten, und so wird es wohl zumindest optisch eine Traumhochzeit in Monaco geben.

Dass es durchaus auch anders hätte kommen können, hatte die Internetseite des französischen Magazins "L'Express" am Dienstag berichtet - und ein deftiges Dementi erhalten. Vor einer Woche, so hatte "L'Express" behauptet, sei Charlene Wittstock per Hubschrauber auf dem Weg zum Flughafen Nizza gewesen. Erst kurz vor dem Einsteigen in ein Linienflugzeug, das sie (ohne Rückflugticket) nach Südafrika bringen sollte, habe die Flughafenpolizei sie angeblich nach Intervention des fürstlichen Palastes zum Umkehren bewegen können. Der Palast reagierte mit einem offiziellen Dementi und beklagte die "verleumderischen Behauptungen".

"L'Express" hielt jedoch an seinem Bericht fest. "Wir haben diese Information aus drei verschiedenen Quellen erhalten, und alle drei sind zuverlässig", sagte Redaktionsleiter Christophe Barbier im französischen Radiosender Europe 1. "Wir bleiben bei dieser Information." Einige Eingeweihte in Monaco sprechen gar von einem "Reizklima" während der Hochzeitsvorbereitung während der vergangenen Wochen. Andere freilich versuchen, den Gerüchten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Schließlich sei man in Monaco, einem nur rund zwei Quadratkilometer kleinen Fürstentum. Und dort kämen eben besonders schnell Gerüchte auf. Zumal solche, die auf dem Neid derer beruhten, die nicht zu den nur rund 33 000 Einwohnern gehören.

Mit dieser Haltung eng verbunden ist natürlich die Frage, wer denn bei der Hochzeit überhaupt dabei sein wird - und wer nicht. Denn einige Absagen trüben das Hochzeits-Flair. Die Fans des Fürstenhauses müssen etwa auf einen besonders sehnlich erwarteten Stargast verzichten: Carla Bruni, inzwischen fast im sechsten Monat schwanger, wird sich die Strapazen wohl ersparen. Ihr Gatte, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, wird dem Fürstenpaar jedoch die Aufwartung machen.

William und Kate werden fehlen

Fehlen werden ebenfalls Prinz William und die Herzogin von Cambridge. Sie sind noch auf Amerika-Tournee. Das britische Königshaus wird stattdessen von Prinz Edward vertreten. Er ist der jüngste Sohn von Königin Elizabeth II. Abgesagt hat Spaniens König Juan Carlos, der sich von einer Knie-Operation erholt. Dafür werden die königliche Familien Schwedens, das dänische Prinzenpaar, der belgische König Albert II. samt Gemahlin sowie der Emir von Qatar dem Brautpaar die Aufwartung machen. Als Vertreter des deutschen Hochadels rechnet das Brautpaar mit Maximilian Markgraf von Baden und Leopold Prinz von Bayern.

Wer aus der ersten Liga der Politik anreisen würde, daraus machte das Fürstenhaus noch ein mittleres Geheimnis. Mit Bedauern abgesagt hat bereits Barack Obama, verhindert ist auch der südafrikanische Präsident Jacob Zuma, der beim Gipfel der Afrikanischen Union nicht fehlen darf. Platz im Terminkalender hatte hingegen Bundespräsident Christian Wulff, der zur Freude der Monegassen als einer der Ersten zusagte und mit Ehefrau Bettina für die Bundesrepublik Deutschland dem Brautpaar gratulieren wird. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso wird dabei sein. Für den nötigen Glamour-Faktor sollen laut französischen Medien das Model Naomi Campbell, Modezar Karl Lagerfeld, die Schauspielerin Demi Moore und Ehemann Ashton Kutcher sowie Alt-James-Bond Sir Roger Moore sorgen. Aus der Welt des Sports sind die ehemaligen Profis Franziska van Almsick und Boris Becker unter den Ehrengästen.

Bekocht werden sie und etwa 400 geladene Gäste am Samstag von Sternekoch Alain Ducasse. Er hat ein leichtes, "mediterranes" Menü ohne Fleisch, dafür mit frischem Fisch und 17 Sorten Gemüse aus den Gärten des Fürstenhauses kreiert, "95 Prozent lokal und nachhaltig". Zum Empfang gibt es Champagner und Gemüse in frittierten Teigtaschen, danach eine Fisch-Vorspeise. Die Fische des Hauptgangs, so verrät Ducasse, werden in Fischbrühe gegart. Dazu gibt es nicht Weißwein, sondern südafrikanischen Roten aus der Heimat von Charlene Wittstock.