Urteil

Mann darf sein Anwesen weiterhin "Schloss" nennen

Die Bayern haben Neuschwanstein, aber deshalb dürfen sie noch lange nicht bestimmen, was in Nordrhein-Westfalen ein Schloss ist. Denn im Bergischen Land darf auch ein großes Anwesen mit Schiefer und Fachwerk Schloss genannt werden.

Das Landgericht Wuppertal machte in einem Zivilprozess am Dienstag deutlich, dass es den Antrag eines in Bayern ansässigen Vereins zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs gegen einen Solinger Geschäftsmann abschmettern wird. Bei der Definition des Begriffes "Schloss" müsse auf regionale Unterschiede geachtet werden, sagte die Richterin. Der Unternehmer hatte sein Anwesen mit der Bezeichnung "Schloss Grünewald" für Veranstaltungen beworben. Nach Meinung des klagenden Vereins ist ein Schloss nur dann ein Schloss, wenn es sich um ein repräsentatives Gebäude handelt, das einem Herrscher gedient hat und seit seiner Errichtung als Schloss bezeichnet wurde.

Im Fall Grünewald sei die Bezeichnung Schloss "nicht irreführend", meinte dagegen die Richterin. So stehe die Bezeichnung "Haus" im Bergischen eher für ein "deftiges Restaurant". Bei "Schloss Grünewald" aber interessiere den Kunden der "festliche Rahmen" und nicht, ob ein Adliger es gebaut habe.