Justiz

Anarchie nach "Katrina" - Vier Polizisten angeklagt

Vier Polizisten aus New Orleans müssen sich seit Montag vor Gericht verantworten, weil sie auf unbewaffnete Opfer des Hurrikans "Katrina" geschossen und die Taten später vertuscht haben sollen.

Der Bundesstaatsanwalt Bobbi Bernstein sagte zu Beginn des Verfahrens, es habe 2005 von den Polizisten ein "scheinbar endloses Trommelfeuer von Schüssen" gegeben. Dabei seien zwei Menschen getötet und vier weitere schwer verletzt worden. Ein weiterer Polizist steht mit seinen Kollegen vor Gericht, weil er bei der Vertuschung der Taten geholfen haben soll.

Gegen die vier Polizisten war bereits 2007 Anklage erhoben worden. Ein Richter schlug sie nieder, aber das Justizministerium griff sie wieder auf. Der fünfte Angeklagte war an der Schießerei nicht beteiligt, soll aber später an der Vertuschungsaktion mitgewirkt haben. Die Verteidigung bezeichnete ihre Mandanten als unschuldig. Sie hätten sich in einer beängstigenden Situation einwandfrei verhalten. Kritiker sprechen dagegen von Missständen und weitverbreiteter Korruption bei der Polizei, die seit Jahren mit Schweigen übergangen würden.

"Katrina" gilt als eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Der Hurrikan hatte New Orleans am 29. August 2005 getroffen. Die Wucht ließ die Dämme an mehreren Stellen brechen, die Stadt versank in den Fluten. Mehr als 1500 Menschen kamen an der Golfküste der USA ums Leben, Zehntausende Häuser wurden zerstört. Der Sachschaden an der Golfküste belief sich auf etwa 81 Milliarden US-Dollar. Inmitten des Chaos gab es Berichte über Plünderungen und bewaffnete Banden in New Orleans. Bei Zwischenfällen mit Beteiligung der Polizei wurden nach amtlichen Angaben sechs Menschen, überwiegend Schwarze, getötet. Zahlreiche Menschen erlitten Verletzungen.