Unesco

Fünf deutsche Buchenwälder zum Weltnaturerbe erklärt

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Zahllose Dichter haben ihn besungen, Maler hielten seine Schönheit auf der Leinwand fest, jetzt wird der deutsche Wald auf besondere Art geehrt: Fünf weiträumige Waldgebiete in Deutschland sind von der Unesco in Paris neben Buchen-Urwäldern in den Karpaten zum Weltnaturerbe erklärt worden.

Die Auszeichnung bedeute für die fünf deutschen Regionen "weltweite Anerkennung, große Aufmerksamkeit und viel Verantwortung für nachhaltige Entwicklung der Wälder", sagte der Sprecher des deutschen Unesco-Komitees, Dieter Offenhäußer, am Sonnabend. Den Titel tragen nunmehr Buchenwälder im Nationalpark Jasmund auf Rügen und im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern, im Brandenburger Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, im Nationalpark Hainich in Thüringen sowie im hessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee. Zusammen umfassen die alten, naturbelassenen Wälder rund 4400 Hektar. Die Buchenwälder sind damit nach der Fossilienfundstätte Grube Messel (eingeschrieben 1995), ein stillgelegter Tagebau in Hessen, und dem Wattenmeer (2009) die dritte Weltnaturerbestätte in Deutschland. "Unsere Buchenwälder stehen nun auf einer Stufe mit weltweit so bedeutenden Stätten wie dem Yellowstone Nationalpark oder den Galapagos-Inseln", sagte Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU). Die Auszeichnung sei Verpflichtung, dem Schutz des Buchenwaldes auch in Zukunft hohe Priorität einzuräumen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat nach deren Ernennung zum Weltnaturerbe einen besseren Schutz deutscher Buchenwälder gefordert. "Die Bundesregierung muss diese Entscheidung jetzt mit einem nationalen Schutzprogramm für weitere Buchenwälder ergänzen", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Deutschland habe eine besondere Verantwortung, weil hier ursprünglich ein Viertel aller Buchen weltweit wuchsen. Bislang seien erst wenige Prozent der Buchenwälder von der Holznutzung ausgenommen. Weiger forderte, ein Zehntel der gesamten Waldfläche Deutschlands aus der wirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen und weitere Schutzgebiete in Wäldern einzurichten. Der BUND-Vorsitzende nannte als Beispiele unter anderem die Einrichtung eines Nationalparks im Steigerwald sowie nutzungsfreie Kerngebiete mit naturnahen Buchenwäldern in den Biosphärenreservaten Pfälzer Wald und Rhön. Außerdem müsse der Bund alle Buchenwälder, die größer als 1000 Hektar sind, der natürlichen Entwicklung überlassen. Auch die Naturschutzorganisation Nabu hat nach der Aufnahme deutscher Buchenwälder in die Liste des Weltnaturerbes eine Ausweitung der Schutzgebiete gefordert.

( BM )