Boris Becker

Am Ende ist es immer der Gärtner

Das Dementi folgte noch am selben Tag: "Ex-Tennisprofi Boris Becker hat Medienberichte über eine angebliche Pfändung seiner Finca auf Mallorca dementiert", hieß es gestern Abend. "Eine Pfändung der Finca hat es nicht gegeben und wurde auch nicht beantragt", teilte der 43-Jährige auf seiner Website mit.

Es sei richtig, dass es zwischen der Firma Goatbridge, die Beckers Anwesen auf der Insel verwaltet und ihm auch gehört, und der Gartenbaufirma, die das Anwesen gepflegt hat, eine gerichtliche Auseinandersetzung gebe. Die Gärtnerei fordere Geld. Es habe ein erstinstanzliches Urteil gegeben, gegen das Goatbridge Berufung eingelegt habe. "Bis die letzte Instanz entschieden hat, ist der Fall nicht entschieden. Und das sollte von allen Verfahrensbeteiligten und auch von den Medien respektiert werden", schrieb Becker.

Der Hintergrund: Ein Gartenbauunternehmen, das sich um die Grünanlagen kümmert, hat den Tennisspieler angeblich auf die Summe von 276 162,48 Euro verklagt. Die soll ihm laut Klageschrift zustehen, und Becker habe bis jetzt nicht überwiesen. Bereits am 3. Mai wurde der entsprechende Beschluss erlassen. In erster Instanz verlor Becker, zahlte nicht und ging in die nächste Instanz.

Eines steht wahrscheinlich fest: Bis jetzt hat Becker die Ferienimmobilie mehr an Anwaltsgehältern gekostet als Erholung eingebracht. Wann immer es um seine Finca auf Mallorca ging, hatte der Tennisspieler verlässlich Ärger am Hals. Das begann bereits 1997. Damals erwarb Becker das große Grundstück und ließ die verschiedenen Gebäude errichten: das Haupthaus, luxuriös ausgestattet von Beckers Ex-Frau Barbara und 800 Quadratmeter groß, fünf Bäder, drei Schlafzimmer, Küche, Bibliothek und ein Spielzimmer sind dort untergebracht. Dann gibt es noch ein Poolhaus, einen Weinkeller, ein Gästehaus und das Amphitheater. Mit seiner Ex-Frau hat Becker dort nie gemeinsam gemeinsam gewohnt. Kurz nach Fertigstellung bekam Hausbesitzer Becker Besuch vom Bauamt. Die Behörde stellte erhebliche Verstöße gegen die Bauordnung fest, und Becker musste diese teuer bezahlen. Allein im Jahr 2004 waren das rund 220 000 Euro.

Seit 2007 versucht Becker nun, das Anwesen loszuwerden. Man kann es nicht gerade als Schnäppchen bezeichnen. Rund 15 Millionen Euro will der ehemalige Tennisstar dafür haben. Dem Preis entsprechend wurde ein Promi-Makler engagiert. Matthias Kühn, der gerne mit einem Hubschrauber von Objekt zu Objekt fliegt, hat diesen Job übernommen. Und da sind wir wieder beim aktuellen Fall angekommen: Kühn soll nämlich in Beckers Augen der Schuldner sein. Man habe sich im Vorhinein darauf geeinigt, die Summe für die Instandhaltung des Gartens später vom Erlös der Finca zu bezahlen. Der Makler will davon nichts wissen. Becker selbst sieht das gelassen. "Wenn sich jemand im Unrecht wähnt, bleibt es ihm überlassen, Rechtsmittel einzulegen. Ich werde wie vergangenes Jahr ab Mitte Juli mit meiner Familie auf unserer Finca unser Sommerlager aufschlagen", sagte er. Eigentlich genug Zeit - für ein bisschen Gartenarbeit.