Justiz

John Galliano will vor Gericht um Verzeihung bitten

"I love Hitler" - Mit diesen drei Worten, aufgenommen von einer Handykamera, ruinierte der britische Modeschöpfer John Galliano im vergangenen Winter seine Karriere. Am Mittwoch muss sich der 50-Jährige wegen dieser und weiterer Äußerungen vor einem Pariser Strafgericht verantworten.

Ein Paar und eine Frau haben den ehemaligen Dior-Designer angezeigt. Der Brite ist nun angeklagt, sie in einer Brasserie übelst beschimpft zu haben. "Dreckiges Judengesicht", ist einer der Ausdrücke, die gefallen sein sollen.

"Alles, was er bislang geleistet hat, zeigt, dass er kein Rassist ist. Im Gegenteil", kommentierte Kollege Jean-Paul Gaultier. "Es ist traurig, denn er hat viel Talent", fügte er hinzu. "Wir haben beobachtet, wie er Schritt für Schritt seit dem Tod seines engsten Mitarbeiters abbaute und sich in den Alkohol flüchtete", kommentierte jüngst Branchenkollege Christian Lacroix. Einer der wenigen Designer-Kollegen, die offen gegen Galliano wetterten, war zuletzt Karl Lagerfeld.

Vor allem aber Gallianos Arbeitgeber Dior zeigte keine Nachsicht und feuerte ihn. Die letzte Kollektion wurde in Abwesenheit ihres Schöpfers präsentiert. Bei einer Rede zur Schau verwies Dior-Chef Sidney Toledano auf die Werte des Hauses und sprach sich gegen jede Form von Antisemitismus aus - aus "Respekt vor den Opfern des Holocaust und der Würde aller Menschen". Er erinnerte auch daran, dass die Schwester von Christian Dior einst nach Buchenwald deportiert worden sei. Toledano widmete die Kollektion den Nähern oder Stickern, die sie gefertigt hatten.

Nach Angaben seines Anwalts wird Galliano bei der Verhandlung am Mittwoch um Verzeihung bitten und auf seine Alkohol- und Medikamentenprobleme verweisen. Er sei weder Antisemit noch Rassist. Das, was er gesagt habe, habe nichts mit dem zu tun, was er denke.