Spektakuläre Flucht

Die Jagd nach dem Rambo von Montana

Als die Meldung am Sonntag im Büro des Sheriffs von Missoula County einging, konnte man sie für eine Routineangelegenheit halten: Auf einem Rastplatz im Waldgebiet von Lolo fahre ein Jeep merkwürdige Schlangenlinien.

Doch als zwei Deputy-Sheriffs in ihren Streifenwagen vor Ort eintrafen, gab der Fahrer des Jeeps plötzlich Gas, bog auf die Straße ab und ignorierte die Aufforderung der Polizisten anzuhalten. Knapp 50 Kilometer verfolgte die Polizei das Auto. Die Aufforderung, sich zu ergeben, beantwortete der Mann am Steuer mit Schüssen. Dann rannte er in den Wald. Seitdem ist David Earl Burgert flüchtig und liefert sich mit der Staatsmacht ein Duell, das an den ersten "Rambo"-Film erinnert: Sylvester Stallone gelingt es als Vietnamveteran John Rambo, seinen Häschern zu entkommen.

Im Film gibt es Tote, das ist in der Realität bisher zum Glück nicht der Fall. Doch das ist kein Grund zur Entwarnung: Burgert - nach Aussage seiner Mutter ist er paranoid - hat sich ein besonders unübersichtliches Gelände für seine Flucht ausgesucht: bergig, viele Bäume und wenige Menschen. Am Dienstag entwischte er der Staatsmacht an der Grenze zu Idaho. Seitdem verliert sich die Spur. Sheriff Mike Dominick sagt: "Er ist bewaffnet und extrem gefährlich, er ist eine Gefahr für jeden, der auf ihn trifft."

Der Mann, der sich in den Wäldern Montanas verschanzt, ist kein Unbekannter in dem dünn besiedelten Staat an der kanadischen Grenze. Vor Jahren schon hatte Burgert das Ziel, Angst und Schrecken im "Treasure State" zu verbreiten. Montana ist vor allem für seine Silber-, Gold- und Kohlevorkommen berühmt - und seit 2002 eben auch für eine brutale Miliz namens "Project 7". In der Kleinstadt Kalispell rief Burgert die Terrorgruppe ins Leben, die sich als patriotische Rebellenorganisation verstand.