Kriminalität

US-Kinderarzt wegen Vergewaltigung von Kindern vor Gericht

Wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs von 86 Kleinkindern steht ein Arzt seit Dienstag im US-Ostküstenstaat Delaware vor Gericht. Ein Polizeibeamter brauchte zum Prozessauftakt in Georgetown mehrere Stunden, um die bei dem Kinderarzt beschlagnahmten Videoaufnahmen der Sexualstraftaten zu schildern.

Der Angeklagte, selbst Vater von vier Kindern, will vor Gericht nicht aussagen. Stundenlang musste der auf Computer-Ermittlungen spezialisierte Gerichtsmediziner Scott Garland Videos von den brutalen Attacken des Arztes sichten, wie er vor Gericht aussagte. Die selbst gedrehten Filme seien "furchtbar" und schlimmer als alles, was er zuvor gesehen habe.

Garland erzählte, wie er einmal nicht mehr an sich halten konnte, als er sich immer wieder ansehen musste, wie die kleinen Opfer schrien, bei erzwungenem Oralsex fast erstickten und ohnmächtig wurden. Er sei so wütend geworden, dass es ihn nicht mehr auf seinem Stuhl gehalten und er die Leinwand angebrüllt habe: "Lass sie gehen." Angehörige der mutmaßlichen Opfer des Kinderarztes brachen während Garlands Zeugenaussage in Tränen aus.

Der Kinderarzt hatte von 1994 bis zu seiner Festnahme 2009 eine wegen ihrer Ausstattung im Disney-Stil beliebte Praxis in Lewes im Bundesstaat Delaware betrieben. Dort soll er rund zehn Jahre lang Dutzende Kleinkinder vergewaltigt oder sexuell missbraucht haben. Bei den Opfern handelte es sich bis auf einen Fall um Mädchen. Der Vorsitzende Richter William Carpenter kündigte an, er werde ein Urteil fällen, nachdem er die 13 Stunden Videomaterial gesichtet habe.