Justiz

Kachelmann: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Freispruch des Wettermoderators Jörg Kachelmann Revision eingelegt. Das Mannheimer Landgericht hatte den 52-Jährigen am vergangenen Dienstag aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ex-Geliebten freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hingegen hatte in dem 44 Verhandlungstage andauernden Prozess eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten für Kachelmann gefordert.

Man wolle nun erst die schriftlichen Urteilsgründe prüfen, sagte der zuständige Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge. Dann werde entschieden, ob die Revision aufrechterhalten werde. Formelle Verfahrensfehler gebe es aus bisheriger Sicht zwar nicht, sagte Oltrogge. Es gehe vielmehr um Fragen der stichhaltigen Beweiswürdigung durch das Gericht und darum, ob die Indizienkette nochmals überprüft werden müsse. Die Kammer hatte zur Begründung des Freispruchs darauf verwiesen, dass die Indizien sowohl für als auch gegen Kachelmann sprechen könnten und ihn aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Das Landgericht hat nun dreieinhalb Monate Zeit, die schriftliche Urteilsbegründung zu verfassen und zu überstellen. "Im Oktober wissen wir, wohin die Reise geht", so Oltrogge. Im Falle einer Revision hätte der Bundesgerichtshof (BGH) zu entscheiden.

Jörg Kachelmann selbst twittert derweil seinen Unmut über Journalisten in die Öffentlichkeit. Gestern stellte er bei dem Dienst auch Fotos von Fotografen ein, die ihn in der Schweiz fotografieren wollten, und schmähte die "Drecksblätter" des Burda-Verlags ("Bunte", "Focus"). Kostprobe: "Wenn sich Leute wegdrehen, kriegt HB (Hubert Burda, d. Red.) seine Drecksblätter nicht voll, das gilt immer und ist egal, ob die aufm Foto gerade filmen oder nicht." Knapp 6500 Twitter-Nutzer folgen Kachelmann.