Räumung

Polizei stürmt Zelt von hungerstreikendem Yoga-Guru

Mit Tränengas hat die indische Polizei das Zelt des bekannten Yoga-Gurus Swami Baba Ramdev gestürmt, der mit einem Hungerstreik gegen die Korruption im Land protestierte.

Bei der Räumungsaktion in Neu Delhi, für die die Beamten Sicherheitsgründe angaben, wurden mehr als 50 Menschen verletzt. Der Guru kündigte an, trotz der Aktion seinen Hungerstreik unvermindert fortsetzen zu wollen.

Die Beamten setzten Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Menge aus Ramdevs Zelt zu treiben.

Die Polizei begründete das Vorgehen damit, dass es Sicherheitsbedenken gegeben habe. "Wir haben eine Erlaubnis für 5000 Besucher dieses Yoga-Camps erteilt, es sind aber 50 000 gekommen", sagte ein Polizeisprecher. "Eine öffentliche Aktion haben wir nicht genehmigt." Der bekannte Guru war nach einer morgendlichen Yoga-Runde mit seinen Anhängern "Indien zuliebe" in einen "Hungerstreik bis zum Tod" getreten. Er wirft den Politikern vor, dem Volk das "hart verdiente Geld" zu stehlen.

Ramdev fordert unter anderem, Schwarzgeld auf ausländischen Konten ins Land zurückzuholen. Außerdem verlangt er die Todesstrafe bei Korruption und die Abschaffung von Geldscheinen im Wert von 500 und 1000 Rupien (7,80 Euro und 15,60 Euro), weil diese besonders oft für Bestechungszahlungen verwendet würden. Zudem sollten Banken, die Geschäfte in Steuerparadiesen machen, verboten und der Zahlungsverkehr besser überwacht werden. Der landesweit bekannte Guru kündigte an, seinen Hungerstreik fortzusetzen. Nach Angaben der Polizei wurden bei der Aktion im Morgengrauen 30 Anhänger Ramdevs und 23 Polizisten verletzt, vor allem durch Tränengas, Steine und andere große Gegenstände.

Die indische Regierung schloss weitere Verhandlungen mit Ramdev aus. "Es gibt nichts mehr zu diskutieren", sagte Tourismusminister Subodhkant Sahay. Arbeitsminister Kapil Sibal sagte, die Polizeiaktion sei mit der Regierung abgesprochen gewesen. Der Yoga-Guru hat eine tägliche Morgenshow im Fernsehen und landesweit mehrere Millionen Anhänger.

Er behauptet, Homosexualität, Krebserkrankungen und HIV-Infektionen durch Yoga "heilen" zu können. Die Regierung von Ministerpräsident Singh war in eine Reihe von Korruptionsskandalen verstrickt gewesen. Sie geriet durch Ramdevs Aktion unter Druck und versprach, die Höchststrafe für Korruptionsvergehen "merklich zu erhöhen".