Naturkatastrophe

Gewaltiger Ausbruch des Vulkans Puyehue

Erstmals seit einem halben Jahrhundert ist im Süden Chiles wieder der Vulkan Puyehue ausgebrochen. Aus dem Krater des 2240 Meter hohen Vulkans in den Anden wurden am Samstag Asche und Rauch in die Luft geschleudert, die Gaswolke stieg nach Behördenangaben zehn Kilometer hoch.

Die Behörden lösten die höchstmögliche Alarmstufe Rot aus und brachten vorsichtshalber 3500 Menschen aus umliegenden Ortschaften in Sicherheit. Der Vulkan Puyehue liegt etwa 870 Kilometer südlich von Santiago de Chile unweit der Grenze zu Argentinien.

"Es sind ein feuriger Schlund und eine Rauchsäule zu sehen, und es riecht stark nach Schwefel", sagte der Verwaltungschef der Region Los Ríos, Juan Andrés Varas. Chiles Innenminister Rodrigo Hinzpeter sagte, die Sicherheitsvorkehrungen seien vermutlich nur "von kurzer Dauer". "Wir erwarten, dass sich die Dinge ziemlich gut entwickeln."

Der Wind trieb die Asche vor allem Richtung Osten ins Nachbarland Argentinien. Selbst in der hundert Kilometer östlich des Vulkans gelegenen argentinischen Touristenstadt Bariloche ging Asche nieder. "Es war wie ein Schneesturm", berichtete ein Behördenvertreter im Fernsehen. "Die Stadt ist mit grauer Asche bedeckt." Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben und Fenster und Türen geschlossen zu halten. Außerdem soll man sich auf einen länger andauernden Ascheregen einstellen und sich mit Nahrungsmittelvorräten und Trinkwasser eindecken. Der Flugplatz des beliebten Wintersportorts und ein Grenzübergang nach Chile wurden geschlossen. Das letzte Mal war der Puyehue 1960 ausgebrochen - nach einem Erdbeben der Stärke 9,5, bei dem in Chile 5700 Menschen ums Leben gekommen waren. Auch diesmal warnten Geologen vor heftigen seismologischen Bewegungen.