Giftiges Gas ausgetreten

Großalarm nach Ammoniak-Unfall in Fleischerei

Bei einem Chemieunfall in der Fleischfabrik Tönnies im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück sind 16 Mitarbeiter durch ausgetretenes Ammoniak verletzt worden. Für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden, berichtete die Feuerwehr, die Großalarm ausgelöst hatte.

Ammoniakgase seien nicht ins Freie gelangt. Durch ein Ventil der Kühlanlage war am Freitagabend flüssiges Ammoniak ausgetreten.

Die Ursache des Unfalls sei ein nicht geschlossener Schieber vor dem Sicherheitsventil eines Ammoniakrohres gewesen, sagte der Geschäftsführer der Großfleischerei, Josef Tillmann. Nach einem hitzebedingten Stromausfall sei der Druck in dem Rohr auf das Vier- bis Fünffache des normalen Wertes angestiegen, und das flüssige Ammoniak habe durch das Ventil entweichen können. Der Schieber solle dies normalerweise verhindern, sei jedoch nach den letzten Wartungsarbeiten an der Maschine nicht wieder geschlossen worden.

Nach Austritt des Ammoniaks konnten Techniker das Hauptventil der Kühlanlage schnell schließen. Die Maschine sei außerdem automatisch heruntergefahren worden, sagte Tillmann. Dennoch trat eine größere Menge Ammoniak aus. Ärzte und Sanitäter untersuchten 372 Mitarbeiter der Fleischfabrik. Mit Verdacht auf Atemwegserkrankungen kamen 16 Beschäftigte ins Krankenhaus. Neun von ihnen waren nach Firmenangaben noch zur Beobachtung in Kliniken. Die Feuerwehr setzte Wasserdampf und spezielle Bindemittel ein, um sowohl das flüssige als auch das gasförmige Ammoniak aufzufangen. Das stark riechende Gas ist giftig und kann Reizungen und Verätzungen der Atemwege verursachen. Es wird in Fabriken als Kühlmittel eingesetzt. Bei dem Großalarm waren mehr als 350 Feuerwehrleute, Polizisten, Ärzte und andere Rettungskräfte im Einsatz.