Unglück

Junge und Mädchen zünden sich an - Kleinstadt unter Schock

Ein 13-jähriges Mädchen und ein 16-jähriger Junge haben sich im sauerländischen Eslohe mit Benzin übergossen und angezündet. Der Junge starb, das Mädchen ist lebensgefährlich verletzt. Ärzte ringen in einer Spezialklinik um ihr Leben.

Vieles ist noch völlig unklar. Einen Abschiedsbrief sollen die Jugendlichen nicht geschrieben haben. Die Frage nach den Gründen kann oder will die Staatsanwaltschaft noch nicht beantworten. Klar ist, dass sich die beiden Schüler auf einem Hügel das Leben nehmen wollten. Der Junge starb an Ort und Stelle. Dem ersten Obduktionsergebnis zufolge erlag er seinen Brandverletzungen. Für ihn kamen die Retter zu spät. Zeugen, die die brennenden Jugendlichen sahen, hatten den Rettungsdienst gerufen. Klar scheint auch, dass die beiden allein gehandelt haben. Im 9200-Seelen-Ort kursieren unterdessen alle möglichen Fragen nach dem Motiv. Die Ermittler weisen Spekulationen zurück, wie zum Beispiel die über eine mögliche Schwangerschaft. "Dafür gibt es keinen Anhaltspunkt", sagt Staatsanwalt Werner Wolff. Es sei nicht einmal klar, ob die beiden ein Paar waren oder sich nur gut kannten. Die Ermittler haben zwar mit Angehörigen, Mitschülern und Lehrern der beiden Schulen gesprochen. Das Mädchen geht auf die örtliche Realschule, der Junge besuchte die Hauptschule. Zum Ergebnis der Befragungen wollten die Ermittler aber nichts sagen, auch nicht zur Auswertung von Computern und Handys. "Das ist privat", sagt Wolff.