Befragung

Die Deutschen sind viel lässiger als man glaubt

"Der nächste freie Platz ist für Sie - Sie werden so schnell wie möglich verbunden!" Jeder hat diesen Satz schon mal bei einer Service-Hotline gehört - und sich geärgert. Doch überraschenderweise wehren sich die Deutschen kaum, sie ertragen die Unerträglichkeiten des Kunden-Service meist klaglos. Das hat das "Global Customer Service Barometer" der Kreditkartenfirma American Express ergeben. Die Deutschen bleiben höflich - und verlangen gern erst einmal den Chef. Sie sind also durchaus lässiger als ihr Ruf.

Wie die Befragung von 1000 Verbrauchern in zehn Ländern ergeben hat, ist den Kunden in Frankreich da schon längst der Kragen geplatzt. 75 Prozent regen sich auf, die Hälfte (51 Prozent) droht, zur Konkurrenz zu gehen. Auch die Italiener beweisen mit einer Ärger-Quote von 68 Prozent ihr südländisches Temperament. Bei den Deutschen sind es dagegen nur ein Drittel, die sich erregen (37 Prozent). Weltweit ist die Aufforderung, den Chef sprechen zu wollen, das beliebteste Druckmittel. Zu Flüchen am Telefon würde dagegen kaum ein Europäer greifen. Da haben die US-Amerikaner und Kanadier weniger Hemmungen: Je 16.Prozent benutzen Schimpfwörter, dicht gefolgt von den Mexikanern, Australiern und Indern.

Weltweit sind alle Verbraucher allergisch auf Worthülsen. Am schlimmsten ist es, wenn jemand wegen Überlastung um einen neuen Anruf bittet.

Die Mexikaner sind rigoros: 61 Prozent von ihnen legen einfach auf, wenn es ihnen zuviel wird - und 35 Prozent stürmen aus dem Geschäft - auch wenn das natürlich nicht ihr eigentliches Problem löst, weswegen sie überhaupt angerufen haben oder in den Laden gekommen sind.