Die Lustreise der Hamburg-Mannheimer

Limousinen und Champagner für Versicherungsvertreter

Am Flughafen warteten 20 weiße Stretchlimousinen - 99 Männer waren insgesamt abzuholen, eine einzige Frau war auch dabei. Im Wagen dann gab es Champagner für alle.

Ein Gruppenbild, das ein Teilnehmer der Reise offenbar der "Bild"-Zeitung zugespielt hat, zeigt die ganze Truppe vor dem Museum der Schönen Künste in Budapest. Ob sie reingegangen sind und sich an Gemälden und Skulpturen erfreut haben - man weiß es nicht. Überliefert ist nur das Abendprogramm.

Über die Reise nach Budapest, die Versicherungsvertreter der Hamburg-Mannheimer im Jahr 2007 unternommen haben, bei der sie sich in der Gellért-Therme mit Dutzenden Prostituierten vergnügt haben sollen, werden immer mehr Details bekannt. Vielleicht hat es noch viel mehr solcher Reisen gegeben. Laut "Bild"-Zeitung prüft der Konzern Ergo, zu dem die Versicherung inzwischen gehört, ob es weitere Fälle gegeben hat.

"Es ist verabscheuungswürdig, was da abgelaufen ist", sagte Hans-Georg Jenssen, Vorstand des Verbands Deutscher Versicherungsmakler. Es sei "grausam, in welches Licht man gezogen wird". Und eine Sprecherin des Ergo-Konzerns sagte, man sei sich "sehr sicher, dass sich das seit 2007 nicht mehr wiederholt hat".

Augenzeugen berichteten der "Bild"-Zeitung weitere Einzelheiten über die Veranstaltung von 2007. Es seien keine 20 Prostituierten in der Therme gewesen, sondern sehr viel mehr junge Frauen, darunter Table-Dance-Mädchen und Hostessen. Ausgewählte Frauen trugen weiße Bändchen - sie waren den Chefs vorbehalten. Auf einem weiteren Foto sieht man eine der Frauen mit einem blau angemalten Rücken, darauf das Logo "HMI" der Hamburg-Mannheimer. Der Table-Dance diente sozusagen als Aufwärmprogramm zur Begrüßung, am nächsten Tag soll es dann zur Sexorgie in der Therme gekommen sein. Sogar die Mitarbeiterzeitung "Profil" berichtete im Juli 2007 über die Reise: "Sachen gibt's, die gibt's gar nicht", ist darin zu lesen. "Oder aber, sie sind so abgefahren, so sagenhaft und unbeschreiblich, dass es sie beinahe gar nicht geben dürfte."