Medizin

Gefährlicher Keim breitet sich im Norden aus

Die Gesundheitsbehörden im Norden warnen vor dem Auftreten schwerer bakterieller Durchfallerkrankungen. So haben sich allein in Hamburg bis Samstagnachmittag 13 Menschen mit dem lebensgefährlichen EHEC-Erreger infiziert.

Sie alle müssen stationär im Krankenhaus behandelt werden. "Darunter sind auch Patienten, die sich in einem kritischen Zustand befinden", erklärte der Sprecher der Gesundheitsbehörde Rico Schmidt. Die genaue Anzahl der Betroffenen in Schleswig-Holstein war zunächst unklar. "Wir gehen von etwa 20 Fällen aus", sagte der Sprecher des Kieler Gesundheitsministeriums, Christian Kohl. In Niedersachsen könnten sich bislang zwölf Betroffene mit dem Erreger angesteckt haben.

Das EHEC-Bakterium kann das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auslösen. Der Erreger befindet sich im Kot von Nutztieren. Die Infektion kann durch direkten Kontakt mit Tieren aber auch durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln - zum Beispiel Rindfleisch oder Rohmilch - übertragen werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei mangelnder Hygiene auch möglich. Zu den Krankheitssymptomen gehören wässriger oder blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Weil als mögliche Komplikation ein Nierenversagen aufgrund des Zerfalls von roten Blutkörperchen auftreten könne, sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen.

Unterdessen sind am Samstag Vertreter des Robert-Koch-Instituts aus Berlin und Mitarbeiter der Gesundheitsämter zu einem "Krisentreffen" in Hamburg zusammengekommen. Zunächst war noch völlig unklar, wie es zu dem plötzlichen Anstieg der Infektionen kommen konnte. In der Hansestadt hatte es zu Beginn der Woche die ersten Erkrankungen gegeben. Die Patienten seien zwischen elf und 73 Jahre alt.