Naturkatastrophe

Drei Tote nach Erdbeben in der Türkei

Ein Erdbeben der Stärke 5,9 hat am Donnerstagabend den Westen der Türkei erschüttert und mindestens drei Menschen das Leben gekostet. 125 weitere wurden Behördenangaben zufolge verletzt. Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben des Kandilli-Observatoriums in Simav in der Provinz Kütahya.

Das Beben war noch in Izmir an der Ägäisküste, in Bursa im Nordwesten des Landes, in Istanbul und der Stadt Edirne nahe der griechischen und bulgarischen Grenze zu spüren gewesen. Ihm folgten mindestens 50 Nachbeben, das heftigste mit einer Stärke von 4,6. Das Observatorium warnte vor weiteren Nachbeben in den kommenden Tagen.

In Simav starb ein Mann, nachdem er in Panik aus dem Fenster gesprungen war. Ein 18-Jähriger wurde von einem herabfallenden Stein erschlagen, als er vor seinem Haus stand, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. In der Stadt Inegol erlag eine ältere Frau einem Herzinfarkt. Viele Menschen erlitten Schnittwunden durch Glassplitter. In weiten Teilen der Stadt Simav fiel der Strom aus, und das Telefonnetz war unterbrochen.

"Das Beben war so stark, dass wir uns in den ersten Sekunden nicht einmal bewegen konnten", sagte ein Augenzeuge, der sich zum Zeitpunkt des Erdbebens im fünften Stock eines Wohnhauses aufhielt. Helfer und Soldaten begannen am Freitag damit, Notunterkünfte für Hunderte Menschen zu errichten. So schickte das Rote Kreuz neben Trinkwasser und Lebensmitteln mehr als 2000 Zelte und 10 000 Decken in die Unglücksregion.

Erdbeben sind recht häufig in der Türkei. Das Land ist von Verwerfungslinien durchzogen, wo sich Erdplatten gegeneinander verschieben oder sich verbiegen. Im März vergangenen Jahres kamen 51 Menschen bei einem ähnlichen Erdbeben der Stärke 6,0 im Osten der Türkei ums Leben.