Duisburg

Loveparade: Neuer Anlauf zur Abwahl Sauerlands

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) muss wegen der Loveparade-Katastrophe vom Juli 2010 mit einem neuen Abwahlantrag rechnen. "Wir starten das Verfahren so bald wie möglich", kündigte der Duisburger Bürger Werner Hüsken am Montag an.

"Die Stadt hat mit der alten Spitze keine Zukunft." Nach einem neuen Gesetz, das an diesem Mittwoch vor der Verabschiedung im NRW-Landtag steht, ist künftig eine direkte Abwahl ohne Ratszustimmung möglich. Für ein Abwahlverfahren gegen Sauerland hatte Hüsken schon kurz nach dem Unglück rund 10 000 Stimmen gesammelt. Der Rat der Stadt verweigerte dem Antrag aber die nötige Zweidrittelmehrheit.

Am Wochenende waren wegen des Unglücks mit 21 Toten neue Vorwürfe gegen die Polizei aufgetaucht. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" meldete, die Staatsanwaltschaft habe der Polizei in einem Bericht gravierende Fehler in der Einsatzplanung vorgeworfen. Der Schichtwechsel der Polizei sei mitten in der "heißen Phase" der Veranstaltung erfolgt. Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft NRW, Erich Rettinghaus, wies die Vorwürfe zurück. Auch die Polizei müsse sich ans Arbeitsrecht halten und ihre Kräfte austauschen, ein solcher Austausch finde aber "fließend und unter Wahrung der übertragenen Aufgaben statt". Die Einsatzplanung sei korrekt.