Prozess

Gericht gibt Kachelmanns Hochzeit bekannt

Nach dem Ende der Beweisaufnahme gestern steht nun die Urteilsverkündung im Prozess um Wettermoderator Jörg Kachelmann bevor. Gutachter und Zeugen sind vernommen, das Gericht hat über alle Anträge entschieden.

Nun müssen die Richter über Schuld oder Unschuld von Kachelmann entscheiden. Am 31. Mai soll das Urteil gesprochen werden. Das Gericht bestätigte gestern außerdem, dass Kachelmann im März geheiratet hat.

Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn sagte, er habe "keinen Anlass, in Depression zu verfallen". Die Staatsanwaltschaft und der Vertreter der Ex-Geliebten dürften es schwer haben, an ihrer Linie festzuhalten, sagte Schwenn. Die 38-jährige Frau wirft Kachelmann vor, sie mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-jährige Schweizer bestreitet die Vorwürfe.

Schwenn nutzte den 41. Verhandlungstag, um noch einmal die Berichterstattung in einigen Medien scharf zu kritisieren. Diese habe ein bisher unbekanntes Ausmaß erreicht, das erhebliche Folgen für das Leben des Angeklagten habe, sagte auch der Vorsitzende Richter Michael Seidling. Das Gericht lehnte allerdings den Antrag Schwenns ab, "Focus" und "Bild am Sonntag" zur Herausgabe einer möglichen Vergütungsvereinbarung mit einer Schweizer Zeugin zu zwingen. Es sei nicht eindeutig, dass die Frau die Quelle für die Berichterstattung gewesen sei. Ebenfalls scheiterte der Antrag, Rechtsmediziner Rainer Mattern wegen Befangenheit abzulehnen. Mattern hatte die Ex-Geliebte nach der angeblichen Vergewaltigung untersucht und konnte weder beweisen, dass sich die Frau die Verletzungen selbst zugefügt hat, noch dass sie von Kachelmann stammen.

Die Plädoyers der Anklage und der Nebenklage sind für kommenden Mittwoch geplant. Am 24. Mai kommt die Verteidigung zu Wort.