Unfall

Rückschlag für Monica Lierhaus

Ihr Auftritt ließ niemanden unberührt. Zwei Jahre war Monica Lierhaus aus der Öffentlichkeit verschwunden - am 5. Februar stand sie während der Goldenen Kamera plötzlich auf der Bühne. Mancher meinte, man hätte ihr, die offensichtlich noch nicht ganz gesund war, nahelegen müssen, nicht vor die Kamera zu treten.

Andere dagegen lobten ihre Tapferkeit und Willensstärke. Sie waren beeindruckt von ihrem Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen, so wie sie ist. Der Antrag, den sie Rolf Hellgardt auf der Bühne machte, gehört zu den berührendsten Momenten deutscher Fernsehgeschichte.

Jetzt hat ihr Weg der Genesung einen empfindlichen Rückschlag erlebt: Zu Hause, in ihrer Wohnung, stürzte sie am Dienstag auf der Treppe und brach sich fünf Rippen. Zum Glück war ihre Mutter zu Besuch, die 40-Jährige wurde in die Universitätsklinik Hamburg gebracht.

Sie habe Glück im Unglück gehabt, sagte ihr Lebensgefährte Rolf Hellgardt der "Bild". Hellgardt kann sich vorstellen, dass sie zum Wochenende wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird. Die ARD-Fernsehlotterie, für die Monica Lierhaus als Botschafterin arbeitet, sieht in dem Sturz keinen Grund zu der Annahme, dass sich ihr Engagement verzögern könnte. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass Monica Lierhaus in einigen Wochen ihre erste Sendung moderiert. "Ihren Aufgaben der nächsten Wochen wird Lierhaus wie geplant nachgehen können", hieß es offiziell.

Dennoch stellt sich die Frage: Hat sich Monica Lierhaus vielleicht doch übernommen? An der Pressekonferenz, auf der sie Anfang März als Nachfolgerin von Frank Elstner vorgestellt wurde, nahm sie nur per Video teil. Sie konnte nicht dabei sein, ihre Reha-Termine ließen es nicht zu. Sie ist einfach noch nicht gesund.

In den vergangenen Wochen ist sie dennoch immer wieder in Erscheinung getreten. Und beinahe etwas atemlos betonte sie stets, wie sehr sie sich danach sehnt, ein normales Leben zu führen, ein Leben, so professionell wie früher. Sie strahlte über das ganze Gesicht, als sie am 28. März in Hamburg eine Mutter-Kind-Einrichtung einer Wohngruppe der Arbeiterwohlfahrt besuchte. Wie schwer muss es für Monica Lierhaus gewesen sein, zwei Jahre in Krankenzimmern und Reha-Einrichtungen zu verbringen? Eine junge Frau, die stets strotzte vor Kraft und Lebensfreude?

Am vergangenen Samstag war sie zum ersten Mal seit ihrer Erkrankung vor zwei Jahren wieder bei einem Fußball-Bundesliga-Spiel dabei. Sie saß auf der Tribüne beim Spiel St. Pauli gegen Bayern München. Sie steht auch wieder im Studio. Zurzeit werden Probeaufnahmen für die Lotto-Ziehungssendungen gedreht. Diese Arbeit, die Dreh- und Fototermine, die Auftritte müssen für Monica Lierhaus tatsächlich unglaublich anstrengend sein.

Sie hat noch so viel vor. Der "Bunten" verriet sie jetzt sogar noch einen ganz besonderen Wunsch: Sie würde so gerne Mutter werden. "Ein Kind wäre schön", sagte sie. "Ich bin schon 40. Da wird's langsam Zeit."

Sie hat so viel Energie. Sie will sie nicht verschwenden. Sie will sie weitergeben. Das ist gut so. Manchmal ist es besser, ein bisschen geduldiger mit sich selbst zu sein.